Draufgeschaut: Karniggels


Horst Köpper (Bernd Michael Lade) landet mitten in der Provinz.

Horst Köpper (Bernd Michael Lade) landet mitten in der Provinz.

Film Karniggels
Produktionsland Deutschland
Jahr 1991
Spielzeit 94 Minuten
Regie Detlev Buck
Hauptdarsteller Bernd Michael Lade, Julia Jäger, Inga Busch, Ingo Naujoks
Bewertung

Worum geht’s?

Polizeischüler Horst Köpper hofft, dass ihn sein erstes Praktikum in eine Großstadt führen wird, doch er landet in Barmstedt, mitten in der norddeutschen Provinz. Eine mysteriöse Mordserie, deren Opfer jedoch allesamt Rinder sind, zählt dort noch zu den am meisten aufregenden Fällen. Immerhin findet Köpper mit dem dubiosen Elle schnell einen besten Kumpel an seinem neuen Einsatzort. Als er sich auch noch in Annarina verliebt, eine Tochter aus gutem Hause, deren Auto gestohlen wurde, fühlt sich Barmstedt plötzlich gar nicht mehr so blöd an.

Das sagt shitesite:

Nebel, Monotonie und ein sehr gemächliches Tempo sind wichtige Stilmittel in Karniggels. Der Film von Detlev Buck ist nicht so sehr eine Persiflage auf das Landleben inmitten wortkarger Nordlichter, sondern eher eine Meditation darüber.

Das hat etliche sehr komische Momente, vor allem dank der Position von Köpper als Möchtegern-Dorfsheriff. „Recht und Ordnung kriegen wir hier schon selber hin, auch ohne Polizei“, scheint die Einstellung der Menschen in Barmbeck zu sein, und die Wichtigtuerei von Köpper und seinen Kollegen bildet dazu einen hübsch absurden Kontrast. Dass er sich am Ende von der Polizei ab- und einer seltsamen Kombination aus Anarchie und Allmachtsfantasien zuwendet, kann man als Triumph dieser Mentalität über seinen ursprünglichen Karrierewillen deuten.

Zum großen Charme des Films trägt die Selbstverständlichkeit bei, mit der Karniggels all dies zeigt: Selbst das Flirten ist hier spröde, und die wichtigste Form des Smalltalks heißt Schweigen.

Bestes Zitat:

„Die Schuldfrage ist immer so eine Sache. Wer von uns ist ohne Schuld?“

Der Trailer zum Film:

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