Draufgeschaut: Keinohrhasen


Film Keinohrhasen

Keinohrhasen Kritik Rezension

Ludo (Til Schweiger) muss in einem Kindergarten aushelfen.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2007
Spielzeit 115 Minuten
Regie Til Schweiger
Hauptdarsteller Til Schweiger, Nora Tschirner, Matthias Schweighöfer, Alwara Höfels, Jürgen Vogel
Bewertung

Worum geht’s?

Für eine gute Story geht der Klatschreporter Ludo bis an die Grenzen. Als er mitten in den Heiratsantrag eines Spitzensportlers an eine Popsängerin platzt, und zwar vom Dach eines Hotels mitten auf den Tisch, hat er den Bogen allerdings überspannt. Er wird angezeigt und zu Sozialstunden in einer Kindertagesstätte verurteilt. Dort trifft er auf die Erzieherin Anna, die sich rührend um ihre Schützlinge kümmert und sich gleich doppelt über die Unterstützung von Ludo freut: Erstens kann er in der Kita mit anpacken, zweitens kann sie sich an ihm rächen, denn als sie selber noch Kinder waren, wurden ihr von Ludo stets üble Streiche gespielt. Die zunächst konfliktträchtige Zusammenarbeit wird bald harmonischer, denn beide verlieben sich ineinander. Doch so wenig Anna zugeben möchte, dass sie sich in ihren einstigen Peiniger verliebt hat, der auch heute noch oberflächlich und rücksichtslos daher kommt, so wenig gesteht sich Ludo ein, dass die unscheinbare Anna eine Seite in ihm zum Vorschein gebracht hat, die er selbst kaum kannte.

 

Das sagt shitesite:

Natürlich enthält Keinohrhasen reichlich Klischees und Kitsch. Es ist eine Mainstream-Komödie rund um die Männlein-Weiblein-Sache, die verlässlich schlecht funktionierende Lass-uns-gute-Freunde-bleiben-Sache und Figuren, die jenseits von „harte Schale, weicher Kern“ und „hässliches Entlein sehnt sich nach Traumprinz“ so gut wie keine Schattierungen kennen. Trotzdem wird es wohl auch einem hartgesottenen Til-Schweiger-Hasser schwerfallen, sich in diesem Film nicht zu amüsieren.

Das liegt zum einen an gelungenem Handwerk mit vielen schönen Bildern, einer sehr präzise gestalteten Farbwelt und einem stimmigen Soundtrack. Vor allem in der ersten Hälfte von Keinohrhasen kommen dazu aber vergleichsweise viel Tempo, gelungene (und für eine Familienkomödie teilweise erstaunlich derbe) Gags und eine überraschende Lässigkeit. Gegen Ende wird das zwar von etwas zu viel Slapstick und noch mehr Vorhersehbarkeit getrübt, trotzdem bleibt eine einnehmende Komödie, der man ein paar Aussetzer auch deshalb verzeiht, weil sie sich selbst nicht übermäßig ernst nimmt: Die Seitenhiebe auf den deutschen Medienzirkus und den Boulevard (besonders gut: das zynische Schlagerduo Michi Nußbaumer und Daniela Berg sowie Rick Kavanian als cholerischer Chefredakteur), inklusive der Gaststars (herausragend: ein durchamerikanisierter Jürgen Vogel), die sich selbst auf die Schippe nehmen, gehören zu den stärksten Szenen des Films.

Bestes Zitat:

„Kein Typ auf der Welt kann dich glücklich machen, wenn du es nicht schon vorher bist.“

Der Trailer zum Film.

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