Draufgeschaut: King Kong


Carl (Jack Black) will Bilder einfangen, die noch niemand zuvor gesehen hat.

Carl (Jack Black) will Bilder einfangen, die noch niemand zuvor gesehen hat.

Film King Kong
Produktionsland USA, Neuseeland, Deutschland
Jahr 2005
Spielzeit 180 Minuten
Regie Peter Jackson
Hauptdarsteller Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Thomas Kretschmann
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Als passionierter Filmmacher schert sich Carl Denham nicht allzu sehr um das, was seine Studiobosse planen. Als sie ihm wegen ausbleibender Erfolge die Finanzierung für seinen neusten Streifen versagen wollen, schafft er kurzerhand Tatsachen und macht sich ohne ihr Einverständnis ans Werk. Der Regisseur will eine Insel ansteuern, die noch kein Mensch (geschweige denn eine Kamera) zuvor gesehen hat. Die Crew warnt ihn vor einem Monster, das dort hausen soll. Als das Schiff die Insel tatsächlich erreicht, scheint sich der Fluch zu erfüllen: Ein schrecklicher Sturm tobt, und die blutrünstigen Eingeborenen auf der Insel nehmen die Hauptdarstellerin des Films gefangen. Schon bald steht nicht nur der Film auf der Kippe, sondern die ganze Crew ist in Lebensgefahr.

Das sagt shitesite:

Man muss das beinahe Punkrock nennen: In einem Blockbuster mit einem Budget von mehr als 200 Millionen Dollar macht Peter Jackson einen erfolglosen Regisseur, einen ins Theater verliebten Drehbuchautor und eine Schauspielerin, die am Hungertuch nagt, zu den Hauptfiguren. Und das Monster, das seinem Film den Titel gibt, bekommt der Zuschauer erst nach mehr als einer Stunde erstmals zu sehen. So viel Humor hat King Kong jenseits des Kontexts leider nicht zu bieten.

Stattdessen entfaltet sich in diesem Spektakel eine Mischung aus Titanic und Jurassic Park, umrahmt von Joseph Conrads Herz der Finsternis. Jack Black ist dabei durchaus überzeugend als durchtriebener Regisseur, dem nichts heilig ist außer seinem Film. Ihn als Figur aber zu einer modernisierten Version von Conrads Marlow und King Kong als Film zu einer Fabel über die Hybris zu machen, ist deutlich überambitioniert. Dafür ist der Streifen viel zu sehr gefangen in seiner eigenen Enormität und Effekthascherei. Vor allem der quälend lange Schluss ist in dieser Hinsicht misslungen, und auch davor sind die Gefühle hier fast durchweg genauso künstlich wie die Kulissen. Echte Spannung kommt in King Kong nicht auf, nicht einmal echte Sentimentalität.

Am besten gelingt die Sequenz, in der King Kong gefangen als Zirkusattraktion in New York vorgeführt wird. In diesen Momenten ist der Ansatz des Films ausnahmsweise greifbar: Der Riesen-Gorilla kämpft hier nicht in erster Linie gegen seine Peiniger, sondern um seine Würde. Immerhin ein paar Minuten lang kann King Kong da treffende, eindrückliche Bilder für seine Kritik am Allmachtsanspruch des Menschen finden und die Frage stellen: Wer ist hier eigentlich die Bestie?

Bestes Zitat:

“Schauspieler! Sie bereisen die Welt, aber sehen immer nur ihr Spiegelbild.”

Der Trailer zum Film:

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