Draufgeschaut: Lachsfischen im Jemen


Film Lachsfischen im Jemen

Szene aus dem Film Lachsfischen im Jemen von Lasse Hallström Kritik Rezension

Alfred Jones (Ewan McGregor) und Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) sollen ein gewagtes Projekt stemmen.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 2011
Spielzeit 108 Minuten
Regie Lasse Hallström
Hauptdarsteller Ewan McGregor, Emily Blunt, Amr Waked, Kristin Scott Thomas, Tom Mison, Conleth Hill, Rachael Stirling
Bewertung

Worum geht’s?

Der steinreiche Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama hat eine ausgefallene Idee: Er will Lachse angeln, und zwar in seinem Heimatland Jemen. Allerdings gibt es dort weder die passenden Gewässer noch geeignete klimatische Bedingungen. Um Abhilfe zu schaffen, wendet er sich an den britischen Fischerei-Experten Alfred Jones und will ihn für das Projekt gewinnen. Der Wissenschaftler hat allerdings wenig Lust darauf, sich für die Eitelkeit eines Scheichs auf ein so waghalsiges Unterfangen einzulassen. Weil aber auch die britische Regierung das Vorhaben unterstützt, um die diplomatischen Beziehungen zum Nahen Osten zu verbessern, muss er sich notgedrungen doch eingehender mit der Idee beschäftigen, bis er schließlich selbst fasziniert von der Frage ist, ob sich ein so ambitioniertes Projekt umsetzen lässt.

Das sagt shitesite:

Liebesgeschichte, Politsatire und ein kleines Märchen über das friedvolle Miteinander von westlicher und muslimischer Welt – es ist nicht wenig, was sich Lachsfischen im Jemen da vorgenommen hat. Man könnte diese Ambitionen sogar für genauso groß (vielleicht auch: für genauso absurd) halten wie die Idee, Wildlachse in der Wüste anzusiedeln. Doch die Romanverfilmung wird sehr überzeugend. Dazu trägt die originelle Idee der Buchvorlage von Paul Torday ebenso bei wie ein paar mutige formale Kniffe und vor allem die sehr guten Dialoge.

Großen Anteil daran haben auch die starken Leistungen der Schauspieler, wobei Ewan McGregor als schrullig-spießiger Wissenschaftler und Kristin Scott Thomas als (wenn diese Formulierung in einem Film über Lachse erlaubt ist) aalglatte Pressesprecherin der britischen Regierung noch herausstechen. Sie zeigen wunderbar den eigentlichen Witz von Lachsfischen im Jemen: Die wahre Herausforderung des größenwahnsinnig wirkenden Projekts werden nicht Logistik oder Klima, sondern die lächerliche Eigendynamik von Bürokratie und Parteigeschacher in England und der Widerstand konservativer Gruppen im Jemen gegen den Plan ihres modernen Scheichs.

Nicht zuletzt ist diese Geschichte beinahe prototypischer Kinostoff: Lachsfischen im Jemen feiert den Glauben daran, etwas unmöglich Scheinendes erreichen zu können. Der Film zeigt mit viel Poesie, wie wichtig es ist, seinem Herzen zu folgen und seine Träume zu verwirklichen – im Liebesleben, in der Karriereplanung und bei fantastisch anmutenden Projekten wie diesem.

Bestes Zitat:

„Für einen Angler sind die einzigen Tugenden immer nur: Geduld, Toleranz und große Demut.“

Der Trailer zum Film.

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