Draufgeschaut: Last Minute Baby


Film Last Minute Baby

Georgina (Heather Graham, links) und ihre Freundin Clem (Mia Kirshner) schmieden Babypläne.

Georgina (Heather Graham, links) und ihre Freundin Clem (Mia Kirshner) schmieden Babypläne.

Originaltitel Miss Conception
Produktionsland USA/Deutschland/Großbritannien
Jahr 2008
Spielzeit 104 Minuten
Regie Eric Styles
Hauptdarsteller Heather Graham, Mia Kirshner, Tom Ellis, Will Mellor, Ruta Gedmintas, Orlando Seale
Bewertung

Worum geht’s?

Georgina ist 34, seit sechs Jahren mit ihrem Freund Zak zusammen und ganz entzückt, als Zaks Schwester ein Baby bekommt und sie das neue Familienmitglied in den Arm nehmen darf. Aus der Begeisterung wird aber schnell Ärger und dann Panik: Weil Zak sich nicht für Kinder begeistern kann, streiten sich die beiden und trennen sich. Und dann bekommt Georgina von ihrem Arzt auch noch die Nachricht, dass sie nur noch eine einzige Eizelle hat – also nur noch eine Chance, schwanger zu werden. Gemeinsam mit ihrer Freundin Clem schmiedet sie einen minutiösen Plan, wie sie die letzten vier fruchtbaren Tage ihres Lebens nutzen kann, um sich doch noch ihren Traum von einem eigenen Kind zu erfüllen – notfalls auch ohne Zak.

Das sagt shitesite:

Wenn ein Film es schafft, sowohl im Originaltitel als auch in dem Namen, den der deutsche Verleih sich ausdenkt, auf ein misslungenes Wortspiel zu setzen, ist das schon eine Leistung. Der Inhalt, der sich hinter Last Minute Baby verbirgt, passt leider dazu: Es ist eine völlig missratene RomCom ohne einen Hauch von Plausibilität, ohne Witz und vor allem ohne glaubhafte Figuren.

Heather Graham nimmt man vielleicht die Mittdreißigerin mit Torschlusspanik ab, aber nicht die verzweifelte Verführerin, erst recht nicht die robuste Jungunternehmerin, die eine eigene Baufirma leitet. Tom Ellis ist als Zak ein Vollprofi in seinem Beruf als Dokumentarfilmer, aber vollkommen unreif und hilflos in seiner Beziehung, inklusive Kinderphobie. Georginas schwuler Freund Justin (Orlando Seale) und Zaks Assistentin Alexandra (Ruta Gedmintas) sind nichts als wandelnde Klischees, werden in ihrer altmodischen Holzschnittartigkeit aber noch von den beiden Hauptfiguren übertroffen. Denn Frauen kann sich Last Minute Baby offensichtlich nur als Mütter vorstellen, Männer wollen durchweg am liebsten mit ihren Kumpels auf der Couch sitzen und Bier trinken.

Regisseur Eric Styles macht daraus einen Film in Schnörkelschrift, der größere Vorwurf ist aber Camilla Leslie für das Drehbuch von Last Minute Baby zu machen: Die Pointen sitzen nicht, die so sehr herbeigesehnte Spannung kommt nicht auf und die Konflikte des Films lösen sich wie von Zauberhand in Luft auf, statt vernünftig erzählt zu werden. Dass die biologische Uhr und ein möglicherweise unerfüllter Kinderwunsch noch viel mehr Facetten zu bieten hätten als die denkbar oberflächlichsten, wird natürlich auch geflissentlich ignoriert. Um im Bild zu bleiben: Man wünscht sich, jemand hätte diesen Film verhütet.

Bestes Zitat:

“Kein Mensch hat behauptet, dass es einfach wäre. Aber dass es so weit kommt, hätte ich nie gedacht.”

Der Trailer zum Film:

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