Draufgeschaut: Lena


Lena (Marta Larralde) will die kriminellen Bosse ihres Vaters besänftigen.

Lena (Marta Larralde) will die kriminellen Bosse ihres Vaters besänftigen.

Film Lena
Produktionsland Portugal/Spanien
Jahr 2001
Spielzeit 95 Minuten
Regie Gonzalo Tapia
Hauptdarsteller Manuel Manquiña, Marta Larralde, Roberto Álvarez, Vítor Norte, Luis Tosar, Iván Hermés
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Für ihre Zukunft hat die 18-jährige Lena klare Vorstellungen: Sie will raus aus ihrer Heimatstadt Vigo, ein Stipendium ergattern und dann Design studieren. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man aus einer heruntergekommenen Gegend kommt, die Mutter schon lange tot ist und der Vater ein Kleinkrimineller. Tatsächlich gerät Lena in die Klemme, als ihr Vater seine Bosse bei einem Drogendeal übers Ohr hauen will und dann krankenhausreif geprügelt wird. Damit alles wieder in Ordnung kommt, bietet Lena den Gangstern an, seine Schulden abzuarbeiten. Dabei findet sie plötzlich selbst Gefallen am kriminellen Milieu.

Das sagt shitesite:

Ein Problem an Lena ist, dass der Film zu viel auf einmal will. Sozialdrama? Lolita-Modernisierung? Milieustudie? Gangsterfilm? Coming-Of-Age-Geschichte? All das steckt hier drin, und die Wechsel zwischen den verschienen Ebenen sind nicht immer sonderlich elegant im Regiedebüt von Gonzalo Tapia.

Dafür kann er auf sehr starke Hauptdarsteller setzen. Besonders faszinierend ist die Figur von Gorrión, Lenas Vater. Er nennt seine Tochter „Prinzessin“, doch statt einem Palast und einem Erbe voller Reichtümer kann er ihr nur Unzulänglichkeiten bieten. Manuel Manquiña ist sehr stark in der Rolle dieses Gernegroß, der sich von einer Notlüge zur nächsten hangelt. Zwar überschüttet er seine Tochter mit Liebe, bringt aber nicht das geringste Verantwortungsbewusstsein mit, sodass in vielen Szenen eher Lena als die Erwachsene in dieser Beziehung wirkt.

Marta Larralde schafft es in der Titelrolle wunderbar, all die Härte, den Stolz und die Sehnsucht auszudrücken, die in Lena stecken. Wenn sie ihre Surferfreunde beneidet, die für einen Kurztrip nach Portugal aufbrechen, wenn sie sich mit nichts als dem Verlangen nach Gerechtigkeit mutig einem Mafia-Boss stellt oder später ihren Gangster-Kompagnon anhimmelt, weil er der einzig konsequente Mensch zu sein scheint, den sie kennt (und damit so etwas wie der Gegenentwurf zu ihrem Vater), dann sind das die Momente, von denen dieser Film lebt.

Auch, weil darin letztlich die Moral von Lena steckt: Man kann nicht anständig, loyal oder mitfühlend sein in einer skrupellosen Umwelt.

Bestes Zitat:

“Ich verstehe ja, dass du gerne dein eigenes Geschäft aufziehen wolltest. Das Problem ist nur, dass du es viel zu schnell tun wolltest – und mit meinem Geld.”

Der Trailer zum Film:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.