Draufgeschaut: Lösegeld


Nina (Ulrike Tscharre) ist eine wichtige Zeugin für Kommissar Lysewski (Mišel Matičević).

Nina (Ulrike Tscharre) ist eine wichtige Zeugin für Kommissar Lysewski (Mišel Matičević).

Film Lösegeld
Produktionsland Deutschland
Jahr 2012
Spielzeit 88 Minuten
Regie Stephan Wagner
Hauptdarsteller Mišel Matičević, Ulrike C. Tscharre, Simon Licht
Bewertung

Worum geht’s?

Es war ein langer Arbeitstag für Nina Hausen, die Chefin einer Escort-Agentur. Als sie auf dem Heimweg ist und auf einem Waldweg ihren Hund Gassi gehen lässt, wird sie überfallen. Ein maskierter Mann bedroht sie, doch Nina kann fliehen. Der Unbekannte hat in Ninas Auto ein Säckchen mit wertvollen Diamanten verloren. Nina erfährt: Es ist das Lösegeld, das der Mann offensichtlich mit der Entführung eines Kindes erpresst hat. Sie versteckt die Edelsteine, die sie bestens gebrauchen kann, denn sie will die Schulden ihrer Agentur abzahlen und sich dann ins Ausland absetzen. Doch der Entführer gibt seine Beute nicht so schnell preis und ist ihr auf den Fersen. Die Polizei will Nina zwar beschützen, ist aber ebenfalls auf der Suche nach dem Lösegeld. Als Nina mit Kommissar Diethard Lysewski eine Affäre beginnt, steht sie vor der Frage, ob sie ihm genug vertrauen kann, um ihm die ganze Wahrheit zu sagen.

Das sagt shitesite:

Der Ton ist das größte Defizit an diesem TV-Krimi: Die Figuren nuscheln in Bettlaken, reden wild durcheinander oder sind kaum zu verstehen, weil im Hintergrund permanent ein nervtötendes Trompetensolo erklingt. Es wäre unfair, Lösegeld nur anhand dieses Mankos zu bewerten, doch der schlechte Ton ist leider typisch für den Film: Vor lauter Ambitionen vergisst Lösegeld ein paar handwerkliche Grundregeln.

Es gibt etliche originelle Ideen in diesem Krimi. Der eigentliche Fall, also die Entführung des Kindes, ist schnell aufgeklärt. Der wirkliche Konflikt spielt sich zwischen Kommissar und Zeugin ab, später dann zwischen dem Kommissar und seinem Kollegen, der ihm nicht über den Weg traut und sich bei der Suche nach dem Lösegeld für die eigene Karriere profilieren will. Wie sich diese beiden Beziehungen zuspitzen, ist durchaus clever erzählt. Dazu kommen Referenzen an das französische Kino der sechziger Jahre, viele schöne Bilder und nicht zuletzt eine gute Portion Nacktszenen.

Blöderweise fußt das alles auf einem unausgegorenen Plot: Eine Frau, die mitten in der Nacht allein im Wald ihren Hund ausführt? Ein Entführer, der mit einer akribisch geplanten Geldübergabe die Polizei narrt, sich dann aber von dieser Frau übertölplen lässt? Ein Polizist, der von jetzt auf gleich alle Loyalität vergisst und dann doch wieder zu ihr zurückkehrt? Das ist einfach nicht sonderlich plausibel. Lösegeld gelingt es deshalb zwar, ungewöhnlich zu sein, aber leider nicht überzeugend.

Bestes Zitat:

„Was ist eigentlich jetzt nochmal genau dein Problem mit Lahn? – Wahrscheinlich erinnere ich ihn daran, dass er mal ein anderer war. Außerdem knallt er meine Ex.“

Der Trailer zum Film:

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