Draufgeschaut: Lotta und das ewige Warum


Film Lotta und das ewige Warum

Szene aus dem Film Lotta und das ewige Warum in Halle

Lotta (Josefine Preuß) probiert sich am Spießigsein.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2015
Spielzeit 88 Minuten
Regie Joseph Orr
Hauptdarsteller Josefine Preuß, Golo Euler, Branko Samorovski, Frank Röth, Fanny Stavjanik
Bewertung

Worum geht’s?

Als alleinerziehende Mutter muss Lotta auch noch den Schlussspurt ihres Medizin-Studiums erfolgreich meistern. Als sie gerade das Physikum in der Tasche hat, kommt ihr Freund David zurück nach Halle, der ebenfalls angehender Arzt ist und zuvor zwei Jahre lang Patienten in Indien geholfen hatte. Seine Rückkehr will Lotta nutzen, um aus der Fernbeziehung ein richtiges Pärchen-Dasein zu machen: Sie zieht mit David zusammen, probeweise. Das wird allerdings eine Härteprobe für die beiden Verliebten. Denn neben Karriere-Querelen machen ihnen auch die neuen Nachbarn, die Eltern und Lottas Gesundheit immer wieder Probleme.

Das sagt shitesite:

Der vierte Teil der Spielfilmreihe rund um Lotta setzt voll und ganz auf Josefine Preuß als leicht verpeilte Powerfrau mit einem Herz für Benachteiligte und einem Hang zum Fettnäpfchen. Sie gibt ihr Bestes, um ausgeflippt zu sein, ohne die engen Grenzen im Moral- und Geschmacksgefüge der Prime Time zu sprengen und ist mit ihrem Mix aus unbändiger Lebensfreude und latenter Orientierungslosigkeit das Einzige, das Lotta und das ewige Warum so etwas wie Energie verleiht.

Der Rest das Films ist allerdings ein einziger Wühltisch. Es gibt so viele Themen und Nebenschauplätze, dass weder ein Konflikt erkennbar wird noch eine stimmige Atmosphäre entsteht. Stattdessen bietet Lotta und das ewige Warum unnötige Handlungsstränge wie den Schwächeanfall von Lotta, der dann keine Rolle mehr spielt, und völlig unplausible Wendungen in der Handlung wie die Tatsache, dass ein einsamer Herr drei Wochen lang sein schickes Haus in bester Gegend kostenlos Wildfremden zur Verfügung stellt, damit jemand auf den einzigen Fisch in seinem Aquarium aufpasst. Dazu werden noch aktuelle Themen wie Containern, Kinderbetreuung und das überlastete Gesundheitssystem gepackt.

Soll das eine RomCom sein? Ein Feelgood-Movie? Oder ein Imagefilm für Halle an der Saale? Soll man betroffen sein oder amüsiert? Keine dieser Fragen beantwortet Lotta und das ewige Warum. Der vielleicht größte Vorwurf, den man diesem Machwerk machen muss: In keinem Moment traut sich der Film, auch nur annähernd so unkonventionell zu sein, wie seine Titelheldin es angeblich vorlebt.

Bestes Zitat:

„Wenn du hier nicht in kürzester Zeit wahnsinnig wirst, dann auf jeden Fall deine Nachbarn.“

Der Trailer zum Film.

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