Draufgeschaut: Love And Other Drugs


Jamie (Jake Gyllenhaal) will Maggie (Anne Hathaway) unbedingt für sich gewinnen.

Jamie (Jake Gyllenhaal) will Maggie (Anne Hathaway) unbedingt für sich gewinnen.

Film Love And Other Drugs
Produktionsland USA
Jahr 2010
Spielzeit 112 Minuten
Regie Edward Zwick
Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal, Anne Hathaway, Oliver Platt, Hank Azaria, Josh Gad, Gabriel Macht
Bewertung

Worum geht’s?

Jamie ist ein begnadeter Verkäufer und ein noch besserer Charmeur. Mit diesen beiden Fähigkeiten steht seinem Aufstieg im neuen Job als Pharma-Vertreter anscheinend nichts im Wege. Doch die Branche erweist sich als schwierig, und Jamie muss alles aus sich herausholen, um Ärzte dazu zu bringen, die Psychopharmaka seines Unternehmens zu verschreiben. Als wäre das nicht schon kompliziert genug, kommt dann auch noch eine schwierige Beziehung dazu: Jamie verliebt sich in Maggie, eine junge Parkinson-Patientin. Die will wegen ihrer Krankheit niemanden an sich heranlassen, doch ebenso wie als Ein-Mann-Drückerkolonne in den Arztpraxen kommt Jamie auch bei ihr mit viel Hartnäckigkeit zum Ziel. Als seine Firma dann auch noch Viagra auf den Markt bringt, das ihm überall förmlich aus den Händen gerissen wird, scheint alles in Butter zu sein in seinem Leben. Bis ihm klar wird, was die Parkinson-Krankheit von Maggie wirklich bedeutet.

Das sagt shitesite:

Man wünschte, die verschiedenen Handlungsstränge von Love And Other Drugs würden so gut zusammenpassen wie die beiden Hauptdarsteller. Anne Hathaway und Jake Gyllenhaal harmonieren wunderbar, in schlauen Dialogen, feurigen Streitereien und zahlreichen Nacktszenen. Doch der Versuch, eine romantische Komödie mit einem Krankheitsdrama zu verbinden und dabei noch einen spöttischen Blick auf die Machenschaften im Gesundheitswesen einzubauen, funktioniert nur teilweise.

Am überzeugendsten ist noch die Liebesgeschichte. Maggie will nicht, dass sich jemand in sie verliebt, weil sie weiß, dass sie irgendwann ein Pflegefall sein wird. „Dir ist doch hoffentlich klar, dass du kein guter Mensch wirst wegen einem Mitleids-Fick mit einem kranken Mädchen, oder?“, wirft sie Jamie beispielsweise an den Kopf. Der ignoriert das im Rausch der Hormone, doch ausgerechnet in dem Moment, in dem Maggie seine Liebe akzeptieren kann, bekommt er kalte Füße. Das ist eine sehr originelle Entwicklung, mit zwei Spannungslinien, die frontal aufeinander zulaufen, ohne dass man es ahnt – und den Zusammenstoß dann umso bestürzender machen.

Deutlich oberflächlicher wird in Love And Other Drugs der Umgang mit Parkinson inszeniert. Die Krankheit beschränkt sich meist auf ein Zittern, und Maggie führt von Anfang an einen vergleichsweise abgeklärten Umgang damit vor. Dass dahinter nicht nur Einsamkeit, sondern auch Todesangst lauert, wird nur in wenigen Momenten  sichtbar. Die beste Szene ist denn auch das Treffen einer Selbsthilfegruppe, bei dem sich die Betroffenen gegenseitig politisch unkorrekte Parkinson-Witze erzählen.

Völlig daneben gehen die Seitenhiebe auf die Pharmabranche. Dass ihr Vertriebsmodell in Love And Other Drugs zu weiten Teilen aus kaum verhüllter Korruption besteht, ist weder sonderlich überraschend noch von echter Empörung getragen. Allenfalls die Dreistigkeit, mit der Jamie verfährt, könnte in diese Richtung interpretiert werden – doch diese Spuren von Kritik verlieren sich völlig, als er sich dank Viagra plötzlich nicht mehr retten kann vor Nachfrage.

Trotz solcher Mängel und eines arg klischeehaften Endes bleibt Love And Other Drugs insgesamt eine charmante, originelle RomCom. Zudem eine mit glänzendem Soundtrack, der unter anderem die Spindoctors, Breeders, Garbage, Fatboy Slim, Beck, Bob Dylan, die Kinks und, ähm, Belinda Carlisle zu bieten hat. Sogar rezeptfrei.

Bestes Zitat:

“Es ist völlig egal, ob es noch 10.000 Momente gibt wie diesen oder nur diesen einen. Das ist Glück. Ja, so ist das. Dieser Moment gehört mir.”

Der Trailer zum Film:

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