Michael Clayton


Film Michael Clayton

Michael Clayton (George Clooney, rechts) soll seinen Kollegen Arthur Edens (Tom Wilkinson) wieder zur Vernunft bringen.

Michael Clayton (George Clooney, rechts) soll seinen Kollegen Arthur Edens (Tom Wilkinson) wieder zur Vernunft bringen.

Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 119 Minuten
Regie Tony Gilroy
Hauptdarsteller George Clooney, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Sydney Pollack, Sean Cullen
Bewertung

Worum geht’s?

Offiziell ist Michael Clayton als „beratender Anwalt“ in einer großen Kanzlei tätig. Übersetzt bedeutet das: Er ist ein Ausputzer. Wenn es irgendwo brennt, dann ist Michael Clayton zur Stelle – egal, ob der Schaden eines Verkehrsunfalls in Grenzen gehalten werden soll oder ein Klient schon wieder Ärger mit der Einwanderungsbehörde hat. Der Anwalt ermittelt und vermittelt, er fädelt Deals ein und lässt seine Beziehungen spielen.

Doch diesmal steckt Michael Clayton selbst mächtig in der Klemme. Die Bar, mit der er sich ein zweites Standbein aufbauen wollte, ist pleite und die Schulden müssen innerhalb einer Woche beglichen werden. Und dann muss sich Michael Clayton noch um einen Kollegen kümmern, der durchgeknallt ist. Sechs Jahre lang hatte er an einem milliardenschweren Fall gearbeitet, und nun erkennt er plötzlich: Er stand auf der falschen Seite.

Das sagt shitesite:

Schon das Drehbuch von Michael Clayton ist grandios: Der Thriller erzählt eine Geschichte, in der gut und böse, Gesetz und Korruption, Loyalität und Verrat einen Strudel bilden, eine Schlinge, die sich immer enger um den Hals fast aller hier handelnden Personen legt.

Clooney ist dabei, ähnlich wie in seiner Rolle in Syriana, herrlich zerrissen zwischen dem Willen, aufrecht zu sein und dem Wissen, selbst genug Dreck am Stecken zu haben. Dieser Zwitter-Charakter bewahrt Michael Clayton auch davor, trotz einer durchaus ähnlichen Ausgangsposition übermäßig zu moralisieren oder allzu klar Stellung zu beziehen wie beispielsweise Erin Brockovich oder Die Akte.

Noch besser sind aber die beiden anderen Hauptdarsteller: Tom Wilkinson agiert großartig als alternder Anwalt auf dem Gutmenschtrip. Wie er es schafft, stammelnd, wirr und erleuchtet mit ein paar Sätzen in halsbrecherischer Geschwindigkeit seine ganze Karriere zu verdammen, sein ganzes Business zu entlarven und seine ganze Sehnsucht nach Vergebung zu offenbaren, das ist meisterhaft. Tilda Swinton steht dem in nichts nach als Managerin, die auf der einen Seite über Milliarden (und Leben und Tod) bestimmt, im nächsten Moment aber heimlich Interviews übt, um auch wirklich souverän zu erscheinen, und ewig lange grübelt, welches Outfit nun am besten das Image unterstreicht, das sie von sich vermitteln will.

Das Beste an Michael Clayton ist, dass der Film auch formal eine Entsprechung für eine derart ungewöhnliche Geschichte und solch komplexe Charaktere findet. Wenn eine rote Aktenmappe, in der all die fiesen Machenschaften eines Agrar-Konzerns dokumentiert sind, am Ende ganz beiläufig zu einer Monstranz der Moral wird, wenn ganz zu Beginn des Films ein irritierender, dreiminütiger Monolog wie eine Beichte aus dem Off erklingt und wenn sich Michael Clayton vor allem immer wieder Zeit nimmt für Phasen der Besinnung und Betrachtung, dann beweist Regisseur und Drehbuchautor Tony Gilroy den Mut, den er auch seinen Charakteren abverlangt.

Bestes Zitat:

“Ich bin nicht so leicht zu töten. Wenn Sie mich loswerden wollen, müssen Sie mich kaufen.”

Der Trailer zum Film:

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