Draufgeschaut: My Blueberry Nights


Film My Blueberry Nights

Elizabeth (Norah Jones) wird zur Stammkundin bei Jeremy (Jude Law).

Elizabeth (Norah Jones) wird zur Stammkundin bei Jeremy (Jude Law).

Produktionsland Hongkong, China, Frankreich
Jahr 2007
Spielzeit 95 Minuten
Regie Wong Kar-Wai
Hauptdarsteller Norah Jones, Jude Law, David Strathairn, Natalie Portman, Rachel Weisz, Chan Marshall
Bewertung

Worum geht’s?

Als Elizabeth auf der Suche nach ihrem Freund in dessen Stammlokal nach ihm fragt, erfährt sie: Er hat eine andere. Sie kann es nicht fassen, kommt mit dem Inhaber des Cafés, Jeremy, ins Gespräch, und lässt sich zu einem Stück Blaubeerkuchen überreden. Daraus entwickelt sich ein Ritual: Immer, wenn Jeremy gerade schließen will, kommt Elizabeth vorbei und schüttet ihr Herz aus, immer gibt es von Jeremy ein Stück Kuchen als Trost dazu. Schließlich beschließt sie, die Stadt zu verlassen, ohne jemandem davon etwas zu sagen, und woanders neu anzufangen. Sie geht nach Memphis und schlägt sich als Kellnerin durch – die Erinnerung an die Blaubeerkuchen-Nächte lassen aber weder sie noch Jeremy los.

Das sagt shitesite:

Immer wieder ist das Bild in My Blueberry Nights verschleiert. Man sieht die Figuren durch eine Scheibe, auf die Werbung gemalt ist, beleuchtet vom Neonlicht, das sich im Autolack spiegelt oder im Fokus einer schlechten Überwachungskamera. Es ist diese Perspektive des leicht distanzierten Beobachters, die dem Ansatz des Films wunderbar entspricht: Fast alle Szenen spielen sich in Lokalen ab, also an Orten, an denen man fast zufällig kurz in das Leben anderer eintauchen kann, und Orten, an denen man nicht allein sein muss mit seiner Einsamkeit. „Manchmal brauchen wir ein Gegenüber, um uns selbst zu sehen und uns besser zu verstehen“, wird dieser Effekt in einem Dialog des Films auf den Punkt gebracht.

Zu dieser diskreten Betrachtung der Figuren passt die Stimme aus dem Off in My Blueberry Nights ebenso wie die Tatsache, dass es reichlich Passagen gibt, in denen man nichts hört als wunderbare Soulmusik. Es gibt vor allem zu Beginn viele Szenen, in denen sich Elizabeth und Jeremy nicht unterhalten, sondern einfach nur im selben Raum sind – und trotzdem füreinander da, auch ohne zu reden. Alle in diesem sehr melancholischen Film wollen lieber woanders sein, alle sind Verlassene, Schmachtende, Wartende – und sei es nur auf einen ordentlichen Abschied.

Das ist durchaus stimmungsvoll, aber manchmal auch ein bisschen schwatzhaft, nicht allzu originell und letztlich ohne viel Tiefe. Insgesamt ist My Blueberry Nights so, wie der erste Auftritt von Hauptdarstellerin Norah Jones als Schauspielerin: okay.

Bestes Zitat:

„Du kannst nicht immer gewinnen. Spieler kann man besiegen, aber nicht das Glück.“

Der Trailer zum Film:

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