Draufgeschaut: Ohne dich


Film Ohne dich

Der Urlaub von Martina (Stefanie Stappenbeck) und Ralf (Andreas Pietschmann) endet tragisch.

Der Urlaub von Martina (Stefanie Stappenbeck) und Ralf (Andreas Pietschmann) endet tragisch.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2014
Spielzeit 90 Minuten
Regie Florian Baxmeyer
Hauptdarsteller Stefanie Stappenbeck, Oliver Mommsen, Andreas Pietschmann
Bewertung

Worum geht’s?

Zuhause in Köln führen Martina und Ralf gemeinsam ein edles Restaurant. Die Küche ist exzellent, der Erfolg bisher eher überschaubar. Doch im Urlaub in einem Ferienhaus an der bretonischen Küste können sie diese Sorgen hinter sich lassen: Sie genießen in der malerischen Landschaft die traute Zweisamkeit. Bis Ralf von einem Segelausflug nicht mehr zurück kommt. Die Polizei findet lediglich das leere Boot und geht davon aus, dass Ralf bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Martina kann daran nicht glauben. „Ich müsste doch spüren, wenn er tot wäre!“, meint sie und macht sich auf die Suche nach Ralf. Bald hat sie den Verdacht, dass er sein Verschwinden inszeniert haben könnte – vielleicht wegen einer anderen Frau.

Das sagt shitesite:

Eine Frau zwischen Hoffen und Bangen – das ist beinahe schon der gesamte Kern dieses Films. Es zählt zu den Stärken von Ohne Dich, wie eindrucksvoll Stefanie Stappenbeck diese Frau spielt, die zunächst so gerne auf ihre Gefühle hören möchte und dann nach und nach nicht mehr weiß, ob sie ihren Sinnen trauen kann. Denn als Ralf verschwunden ist und sie eine Verschwörung wittert, wird sie immer paranoider und zieht sich immer mehr zurück. Zudem werden ihr, als der Mann an ihrer Seite fehlt, erst die Zwänge so richtig bewusst, die sie in ihrem Leben umgeben: Ein Restaurant, das kein Geld abwirft. Eine Mutter, die so gerne Großmutter werden will und vor vielen Jahren selbst einen plötzlichen Abschied verkraften musste. Und ein penetranter Ex-Freund, der jetzt seine zweite Chance wittert.

Jeder Ort, an den Martina kommt, trägt die Erinnerung eines gemeinsamen Lebens mit Ralf, und sie will einfach nicht darein einwilligen, dieses Leben hinter sich zu lassen. Jeder Schatten, jedes Klopfen an der Tür, jeder Anruf weckt neue Hoffnung, während alle anderen sie mahnen, die Hoffnung endlich zu begraben. Das führt der Film zwar oberflächlich, aber eindringlich vor Augen und zeichnet so die verschiedenen Phasen des Abschieds nach: Martina erlebt Schock, Verleugnung, schließlich den Versuch von Akzeptanz, am Ende Wut – auf den Mann, der bloß ein Rätsel hinterlassen hat, und auf sich selbst, weil sie keinen Schlussstrich ziehen kann. Sie will ihren Mann und ihre Beziehung schützen und ahnt doch, dass eigentlich beides nicht mehr da ist.

So pendelt sich Ohne Dich zwischen Melodram und Thriller ein, liefert aber meist nur solide Hausmannskost (Regisseur Florian Baxmeyer hat etliche Tatort-Folgen verantwortet). Allzu oft ist der Film schmerzhaft plump, etwa wenn das Ticken des Sekundenzeigers immer lauter wird, während Martina im einsamen Ferienhaus auf die Rückkehr ihres Liebsten wartet. Auch danach gibt es deutlich zu viele Klischees. Enttäuschend wird Ohne Dich aber vor allem wegen einer äußerst platten Pointe, die am Ende die positiven Aspekte des Films völlig zunichte macht.

Bestes Zitat:

„Du kannst vielleicht einen Toten lieben, okay. Aber auf Dauer ist das nicht gesund. Und eins ist klar: Ein Toter kann dich nicht lieben.“

Statt eines Trailers: Stefanie Stappenbeck singt:

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