Rock Star


Film Rock Star

Chris Cole (Mark Wahlberg, vorne) wird Sänger in seiner Lieblingsband.

Chris Cole (Mark Wahlberg, vorne) wird Sänger in seiner Lieblingsband.

Produktionsland USA
Jahr 2001
Spielzeit 105 Minuten
Regie Stephen Herek
Hauptdarsteller Mark Wahlberg, Jennifer Aniston, Jason Flemyng, Dominic West, Timothy Spall, Rachel Hunter
Bewertung

Worum geht’s?

Steel Dragon sind im Jahr 1985 die erfolgreichste Hardrockband der Welt, und Chris Cole ist ihr größter Fan. Er liest alle Interviews, tapeziert sein Zimmer mit ihren Bildern und geht zu den Konzerten. Mehr noch: Chris singt in einer Coverband die Lieder seiner Helden nach, originalgetreu bis ins kleinste Detail. Mit seiner fanatischen Akribie geht er seinen Bandkollegen aber ziemlich auf die Nerven, sodass sie ihn eines Tages rauswerfen. Kurz darauf kann Chris aber sein Glück kaum fassen: Steel Dragon haben sich ebenfalls mit ihrem Sänger verkracht und wollen Chris nun als Ersatz verpflichten. Er ist völlig aus dem Häuschen – auch wenn er dann erfahren muss, dass zum Dasein als Rockstar mehr gehört als eine kräftige Stimme.

Das sagt shitesite:

Mark „Marky Mark“ Wahlberg als Hair-Metal-Frontmann – allein dieses Bild ist es schon wert, Rock Star anzuschauen. Wahlberg spielt hier durchaus gut: Vor allem die Gesangspassagen (er singt nicht selbst, die Stimme kommt stattdessen von Michael Matijevic) nimmt man ihm ab, und den Rest der Zeit macht er ein Gesicht, für das man wohl einst das Wort „Honigkuchenpferd“ erfunden hat.

Zu den Pluspunkten dieses Musikfilms gehören auch die recht interessanten Nebenrollen, vom Tourmanager über die Freundinnen der anderen Steel Dragons bis hin zum erzkonservativen Bruder von Chris. Das größte Rätsel an Rock Star ist allerdings, was der Film überhaupt vermitteln will. Für den Versuch, die Lebensgeschichte von Tim „Ripper“ Owens nachzuerzählen, der es von einer Coverband ins echte Lineup von Judas Priest geschafft hat, ist der Film zu wirr und zu wenig enthusiastisch. Auch als Huldigung des Genres à la Rockstars Forever ist der Streifen ungeeignet, denn das gesamte Musikgeschäft und erst recht das Konzept eines Rockstars wird hier eher distanziert betrachtet, wie ein sehr exotisches und etwas abartiges Phänomen.

Als Persiflage im Stile von This Is Spinal Tap ist Rock Star aber eindeutig auch nicht gemeint. Am ehesten soll hier wohl hinterfragt werden, ob es erstrebenswert ist, sich den Rock’N’Roll-Lifestyle zu erträumen und dabei zu vergessen, eine eigene Identität zu entwickeln.

Passend dazu gibt es in diesem Film alle Klischees von willigen Groupies, schnellen Autos, Drogenexzessen im Tourbus und zerstörten Hotelzimmern. Rock Stars kann sich aber nicht entscheiden, ob all das angeprangert oder glorifiziert werden soll. Gerade, wenn Chris sich am Ende entschließt, Steel Dragon zu verlassen und seinerseits den Staffelstab als Sänger an einen einstigen Fan weiterzugeben (und dann seinerseits auch wieder eine Band zu gründen), dann zeigt Rock Star womöglich unfreiwillig, wie universell reizvoll und langlebig die Anziehungskraft des Lebens als Frontmann ist.

Bestes Zitat:

“Nach dem nuklearen Holocaust kriechen die Überlebenden aus den Trümmern und entzünden in der Nacht ein Feuer. Dann wird ein Mann, der Sänger des Gesangs, singen – und das ist die Essenz von Rock’N’Roll.”

Der Trailer zum Film:

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