Draufgeschaut: Schwerter des Königs


Film Schwerter des Königs – Dungeon Siege

Schwerter des Königs – Dungeon Siege Kritik Rezension

Farmer (Jason Statham) kämpft gegen eine verzauberte Armee.

Originaltitel In the Name of the King: A Dungeon Siege Tale
Produktionsland USA, Kanada, Deutschland
Jahr 2007
Spielzeit 156 Minuten
Regie Uwe Boll
Hauptdarsteller Jason Statham, John Rhys-Davies, Ray Liotta, Matthew Lillard, Leelee Sobieski, Burt Reynolds, Ron Perlman, Claire Forlani, Kristanna Loken
Bewertung

Worum geht’s?

Das Königreich Ehb ist in Gefahr: Die Krugs, bisher als kräftige, aber dumme Kreaturen bekannt, sind verzaubert worden und können plötzlich Waffen benutzen. Sie bilden eine Armee, die für Angst und Schrecken sorgt. König Konreid rekrutiert Truppen, um den Feind in die Schranken zu weisen, zugleich sucht sein Hofzauberer Merik nach einem Mittel gegen die düstere Macht, die hinter den Krugs zu stecken scheint. Auf der Suche nach fähigen Männern für den Schutz des Königreichs kann der König auch einen Bauern aus dem Dorf Stonebridge überzeugen, zur Waffe zu greifen: Sein Sohn Seth wurde bei einem Überfall der Krugs getötet, seine Frau Solana verschleppt. Der Mann, der von allen nur „der Farmer“ genannt wird, erweist sich nicht nur als tapferer Krieger, sondern wird noch in anderer Hinsicht zum Hoffnungsträger für das Reich.

Das sagt shitesite:

Die Idee, Kinofilme in Videospiele zu verwandeln, ist fragwürdig genug. Wie absurd der umgekehrte Weg ist, führt Uwe Boll immer wieder mit seinen Filmen vor. Extra für den deutschen Regisseur hat die Jury der Goldenen Himbeere die Kategorie „schlechtestes bisheriges Lebenswerk“ reaktiviert, in der zuvor mehr als zwanzig Jahre lang kein Preis mehr verliehen worden war. Schwerter des Königs, basierend auf dem Computerspiel Dungeon Siege, ist ein guter Beleg dafür, wie angemessen diese Würdigung ist.

Man weiß gar nicht, was am schlimmsten ist: die kitschige Bombast-Ästhetik, die hölzernen Dialoge voller Allgemeinplätze („Respekt muss man sich verdienen.“), die schmierige Musik (unter anderem von Blind Guardian) oder die unnötig in die Länge gezogenen Kampfszenen und Landschaftsaufnahmen. Ausgerechnet die Stunts verleihen Schwerter des Königs einen Hang zur Albernheit, dazu gibt es viel Rauch und Nebel auf der Leinwand gerade in den Einstellungen, wo Genauigkeit der Special Effects gefragt gewesen wäre.

Natürlich ist der Plot selbst für Fantasy-Verhältnisse vollkommen lächerlich, dazu kommen auch ein paar politisch fragwürdige Konnotationen. Der aufrechte (und übrigens pazifistische) Farmer, der nichts als sein kleines Glück möchte, sich dann aber in den Dienst einer großen Sache stellt und zum Held der Schlachtfelder wird, würde jedem totalitären Regime als Vorzeigefigur dienen können. Trotz der pseudo-emanzipierten Muriella, die selbst in den Kampf zieht, sind Frauen hier hingegen nur schutzbedürftige, hilflose und leicht verführbare Wesen, die nichts so sehr ersehnen wie die Anerkennung und Bewunderung der Männer, aus der sie einzig ihren Wert beziehen können. Und die Werte und Konflikte, um die es geht, könnten kaum weniger plakativ sein: Verrat, Tapferkeit, Treue.

Gerade das Bekenntnis zur eigenen Sippe ist es, das Schwerter des Königs nicht nur künstlerisch misslungen macht, sondern auch in seiner Botschaft rückständig. Was hier propagiert wird, ist nichts weniger als die Idee vom gerechten Krieg. Teilweise kann man dabei sogar rassistische Untertöne finden, wenn das edle Heer des Königs („Wir sind Menschen“) auf die bestialischen Krugs („Die kämpfen wie Hunde“) trifft. Wenn brennende Krugs-Kämpfer sich dann sogar selbst per Katapult auf die Feinde schießen, ist auch der Bezug zum 11. September 2001 und zur sich daran anschließenden Propaganda nicht mehr weit. Immerhin fielen nicht einmal die Amerikaner auf solchen Schmonzes rein: An den Kinokassen konnte der Film nicht einmal ein Viertel seines Budgets wieder einspielen.

Bestes Zitat:

„Ihr habt ein Leben voller Leid gewählt. Und weil ihr das nicht erkennt, seid ihr so gefährlich.“

Der Trailer zum Film.

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