Draufgeschaut: Shaft – Noch Fragen?


Film Shaft – Noch Fragen?

John Shaft (Samuel L. Jackson) fühlt sich von der Justiz im Stich gelassen.

John Shaft (Samuel L. Jackson) fühlt sich von der Justiz im Stich gelassen.

Originaltitel Shaft
Produktionsland Deutschland, USA
Jahr 2000
Spielzeit 95 Minuten
Regie John Singleton
Hauptdarsteller Samuel L. Jackson, Vanessa L. Williams, Jeffrey Wright, Christian Bale, Toni Collette, Busta Rhymes
Bewertung

Worum geht’s?

Walter Wade beleidigt in einer Bar erst einen anderen Gast mit rassistischen Sprüchen, dann erschlägt er ihn vor der Tür. Niemand will etwas gesehen haben, doch Detective John Shaft hat ihn schnell unter Verdacht und bringt ihn vor Gericht. Blöderweise hat Wade, der Sohn eines einflussreichen Immobilienhändlers, exzellente Anwälte und beste Beziehungen, sodass er auf Kaution frei kommt und sich in die Schweiz absetzen kann. Für Shaft ist der Fall damit aber nicht zu den Akten gelegt: Als Wade zwei Jahre später in die USA einreist, verhaftet er ihn noch am Flughafen. Wieder muss der Verdächtige vor Gericht antanzen, wieder kommt er bis zur Verhandlung auf Kaution frei. Das bringt bei Shaft das Fass zum Überlaufen: Er kündigt seinen Job bei der Polizei und schwört sich, Wade mit seinen eigenen Methoden zur Rechenschaft zu ziehen. Der hat allerdings neuerdings weitere Unterstützer – und die sind genauso kompromisslos wie Shaft.

Das sagt shitesite:

Das Original von Shaft (gedreht 1971 von Gordon Parks) ist mindestens so legendär wie der dazugehörige Soundtrack von Isaac Hayes und wurde zu einem wichtigen Baustein für das moderne Selbstverständnis des schwarzen Amerika. John Singleton gelingt mit Shaft – Noch Fragen eine behutsame Modernisierung des Blaxploitaion-Genres. Er findet die passende Ästhetik, den passenden Sound und das richtige Maß an augenzwinkernden Humor (nicht nur durch die coolen Sprüche, sondern auch durch die auffällige Tatsache, dass die Gangster hier in den Actionszenen erstaunlich miserable Schützen und noch schlechtere Autofahrer sind).

Vor allem aber kann er mit Samuel L. Jackson auf einen Hauptdarsteller setzen, der wie gemacht ist für diese Rolle. John Shaft ist immer die pure Entschlossenheit, mit Scharfsinn ebenso ausgestattet wie mit einem untrüglichen Instinkt. Er spricht die Straße der Sprache, ist bei seinen Kollegen ebenso respektiert wie bei Informanten, Freundinnen von verängstigten Zeuginnen oder dem einen oder anderen Kleinkriminellen, den er schon ein paar Mal verknackt, aber nicht zu hart rangenommen hat. Und sein wichtigster Auftrag, neben der Jagd auf Walter Wade, scheint zu lauten: Zeige deine Unerbittlichkeit, und sehe cool dabei aus.

Shaft ist die personifizierte Fortsetzung der Attitüde, die einst Iceberg Slim mit Pimp geprägt hatte, und die heute die Schablone für praktisch jeden lebenden HipHop-Star geworden ist. Natürlich hat das seine fragwürdigen Aspekte, etwa wenn Korruption als selbstverständlich hingenommen oder am Schluss unreflektiert Selbstjustiz propagiert wird. Nichtsdestotrotz macht auch dieses Remake deutlich, warum Shaft eine so stilprägende Figur wurde: Er blickt die Welt stets an, als sei sie sein Feind – und wahrscheinlich ist sie das auch.

Bestes Zitat:

„Jetzt wird aufgeräumt.“

Der Trailer zum Film:

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