Draufgeschaut: State Of Play


Cal (Russell Crowe, links) soll seinem alten Freund Stephen (Ben Affleck) aus der Patsche helfen.

Cal (Russell Crowe, links) soll seinem alten Freund Stephen (Ben Affleck) aus der Patsche helfen.

Film State Of Play
Produktionsland USA
Jahr 2009
Spielzeit 127 Minuten
Regie Kevin Macdonald
Hauptdarsteller Russell Crowe, Ben Affleck, Rachel McAdams, Helen Mirren, Jason Bateman, Jeff Daniels, Robin Wright Penn
Bewertung ****

Worum geht’s?

Stephen Collins ist ein aufstrebender Politiker und er hat einen mächtigen Gegner im Visier: den privaten Sicherheitsdienst Pointcorp, der von der US-Regierung unter anderem für Auslandseinsätze im Irak und in Afghanistan engagiert wird. Als eine Mitarbeiterin von ihm von einer U-Bahn überrollt wird und heraus kommt, dass er eine Affäre mit ihr hatte, scheint seine Karriere am Ende. Die Medien werfen ihm vor, er habe seine Kollegin in den Selbstmord aus Liebeskummer getrieben. Stephen bittet seinen Freund Cal um Hilfe, einen Zeitungsreporter. Er soll die Wahrheit herausfinden und Stephen damit rehabilitieren. Cal findet schon bald heraus, dass der angebliche Unfall in der U-Bahn mit einer weiteren Story zusammenhängt, die er gerade recherchiert. Gemeinsam mit der jungen Bloggerin Della stürzt er sich in die Arbeit – und ahnt schon bald, dass er es hier mit einem komplexen, schockierenden Komplott zu tun hat.

Das sagt shitesite:

State Of Play, das auf einer sechsteiligen BBC-Serie basiert, scheint auf den ersten Blick zu viel unter einen Hut bringen zu wollen: Überwachungsstaat und Krieg gegen den Terror, Korruption und Liebesaffären, die Grabenkämpfe zwischen Print und Online, der Wettstreit zwischen Polizei und Reportern. Doch Regisseur Kevin Macdonald gelingt es, zwischen all diesen Konflikten eine feine Balance zu halten und trotz der Reduzierung von sechs auf zwei Stunden Spielzeit keine allzu großen logischen Brüche entstehen zu lassen.

Von Anfang an gibt State Of Play Vollgas, und fast bis zur letzten Minute hält sich die Spannung dieses Politthrillers. Es bedarf dazu gar keiner spektakulären Actionszenen und keines allzu brillanten Ensembles: Der Film funktioniert in erster Linie wegen seiner packenden Story.

Wie sehr Journalisten hier zu Quasi-Ermittlern stilisiert werden, nervt zwar ein bisschen, und auch Russell Crowe ist wie immer schwer zu ertragen (er gibt den aufrechten Reporter mit einer Überdosis Abgeklärtheit, die nur noch von seinem abgefuckten Outfit übertroffen wird). Doch die Dialoge in der Redaktion, voller Zynismus, Zoten und Schlagfertigkeit, zählen zu den besten Szenen von State Of Play.

Fast jede Figur hat hier ihr eigenes Geheimnis, trotzdem wirkt nichts an ihrem Zusammenspiel konstruiert. Nicht zuletzt wird in diesen Thriller natürlich noch die nette Moral gepackt, dass das Streben nach Wahrhaftigkeit meist sehr schmerzhafte Opfer mit sich bringt. Diese Botschaft ist aber nur konsequent als Quintessenz eines aktuellen, überzeugenden und vielschichtigen Thrillers.

Bestes Zitat:

“Mein Dad hat mich immer vor Politikern gewarnt. Die einzigen Leute, die er noch weniger leiden konnte, waren Journalisten.”

Der Trailer zum Film:

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