Draufgeschaut: Swingers


Film Swingers

Szene aus dem Film Swingers mit Vince Vaughn 1996

Mike (Jon Favreau) und Trent (Vince Vaughn) wollen sich in Las Vegas amüsieren.

Produktionsland USA
Jahr 1996
Spielzeit 99 Minuten
Regie Doug Liman
Hauptdarsteller Vince Vaughn, Jon Favreau, Ron Livingston, Heather Graham
Bewertung

Worum geht’s?

Sechs Jahre lang war Mike mit seiner Freundin Michelle zusammen. Doch auch ein halbes Jahr nach der Trennung (inklusive eines Umzugs von New York nach Los Angeles) ist er noch nicht darüber hinweg, dass sie ihn verlassen hat. Um ihn aufzuheitern, nimmt sein Kumpel Trent ihn mit auf einen Trip nach Las Vegas. Doch auch dort fällt es nicht leicht, sich in einen lebensfrohen Aufreißer zu verwandeln.

Das sagt shitesite:

Für Vince Vaughn und Jon Favreau (der auch das Drehbuch geschrieben hat) wurde dieser Low-Budget-Film zur Eintrittskarte in die erste Hollywood-Liga. Zwanzig Jahre später ist das nur noch bedingt nachzuvollziehen: Die beiden funktionieren zwar auch vor der Kamera bestens miteinander, zudem bietet Swingers in den Dialogen reichlich Fachgeplänkel und in den Bildern ein paar gut platzierte Zitate für Cineasten. Der Rest wirkt allerdings arg angestaubt.

Das gilt für den Wortwitz, der nicht nur durch den Zahn der Zeit, sondern auch durch die Synchronisation einiges an Wirkung verloren hat. Noch viel mehr gilt es aber für das Sujet des Manns auf der Suche nach seiner Männlichkeit. Trent macht ständig auf dicke Hose und schleppt mühelos Frauen ab, Mike ist verklemmt und neurotisch – diese beiden Pole scheinen in Swingers die einzigen Modelle zu sein, die für Männer und ihren Versuch des Erwachsenwerdens zur Verfügung stehen. Das hat man (vor allem: seitdem) schon deutlich cleverer und facettenreicher gesehen.

Alle im Freundeskreis von Mike und Trent haben irgendetwas mit der Filmbranche zu tun, alle sind zwar durchweg schwatzhaft, notgeil und pleite und kennen keinen anderen Lebensinhalt als Männlichkeitsrituale. Sie scheinen aber nicht auf die Idee zu kommen, sich selbst zu hinterfragen. Alle sprechen sich ständig Mut zu und wissen eigentlich selbst genau, wie sehr sie sich mit der Hoffnung auf großen Erfolg in die Tasche lügen – um auch Zuschauer außerhalb des Filmindustrie-Dunstkreises zu begeistern, ist das ein bisschen wenig Substanz.

Swingers deutet zwar an, dass keiner dieser Twentysomethings den Mut hat, einfach er selbst zu sein, scheint das aber eher hinzunehmen. Die Möglichkeit, dieses Manko zu kritisieren, was womöglich arg moralisierend geworden wäre, lässt der Film ebenso verstreichen wie die Möglichkeit, diese Unfähigkeit zu persiflieren, was in jedem Fall deutlich unterhaltsamer gewesen wäre.

Bestes Zitat:

„Dein Problem ist: Du siehst nicht im Geringsten, was du hast. Du siehst nur das, was du nicht hast.“

Der Trailer zum Film.

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