Draufgeschaut: The International


Louis Salinger (Clive Owen) und Eleanor Whitman (Naomi Watts) sind den kriminellen Geschäften einer Bank auf der Spur.

Louis Salinger (Clive Owen) und Eleanor Whitman (Naomi Watts) sind den kriminellen Geschäften einer Bank auf der Spur.

Film The International
Produktionsland USA/Deutschland
Jahr 2009
Spielzeit 118 Minuten
Regie Tom Tykwer
Hauptdarsteller Clive Owen, Naomi Watts, Ulrich Thomsen, Armin Müller-Stahl, Jack McGee, Brían F. O’Byrne, Axel Milberg
Bewertung ****

Worum geht’s?

Seit Jahren ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft gegen die IBBC in Luxemburg. Die Bank scheint das internationale Verbrechen weltweit mit Geld zu versorgen und damit gute Geschäfte zu machen. Als ein Insider über die Machenschaften der Bank auspacken will, ist der Kontaktmann, dem er sich anvertrauen wollte, wenige Minuten später tot. Kurz darauf kommt auch der Informant bei einem Autounfall ums Leben. Agent Louis Salinger sucht trotzdem weiter nach Beweisen. Er will die Bank endlich vor Gericht bringen. Doch die Bosse des Geldinstituts ziehen alle Register, um ihre Geschäfte zu vertuschen – und sie gehen über Leichen.

Das sagt shitesite:

The International hat viele spannende Momente, spektakuläre Schauplätze, gute Actionsequenzen, eine famose Dialogszene am Ende und eine durch und durch stimmige Atmosphäre zu bieten. Die größte Stärke des Films ist aber etwas anderes: sein Thema.

Die Allmacht der Finanzmärkte in einem Thriller vor Augen zu führen, mag im Herbst 2007, als die Dreharbeiten für The International begannen, noch wie der pubertäre Traum eines Attac-Spinners gewirkt haben. Spätestens als ein Jahr später aber die Lehman-Brothers-Pleite die schwelende Finanzkrise zu einer globalen Bedrohung werden ließ, konnte an der Bedeutung dieses Ansatzes kein Zweifel mehr bestehen. Seitdem hat die Thematik sogar noch an Relevanz und Aktualität gewonnen.

Tom Tykwer inszeniert die Verstrickungen der Finanzwelt ganz plakativ als den Kampf von Moral gegen Skrupellosigkeit. Kapituliert man vor der Macht, dem Markt, dem Geld und seinen höchst effektiven Mechanismen? Oder lehnt man sich dagegen auf? Diese Frage steht im Mittelpunkt. Clive Owen spielt dabei die ganze Zeit mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck: den der ultimativen Entschlossenheit. Er trifft auf einen Gegner, der ebenfalls nur ein Ziel kennt: Profit.

Die Spannung von The International erwächst daraus, dass es auf beiden Seiten trotzdem Schattierungen gibt. Agent Salinger hat bei seinem Kampf für die Gerechtigkeit kein Problem damit, auch mal gegen das Gesetz zu verstoßen. Und die Bank gaukelt Transparenz vor oder geriert sich als Unterstützer von afrikanischen Freiheitskämpfern.

Dabei hat sie es kaum nötig, ihre Allmacht zu kaschieren: Sie kontrolliert die, die eigentlich sie kontrollieren sollten (die Behörden), sie zieht ihre Strippen auch in den Tempeln der Künste (der Killer in The International erhält seine Aufträge jeweils in berühmten Museen) und lässt selbst die einstigen Gegner (wie einen Vorzeige-Kommunisten) für sich arbeiten. Die Bank erscheint in diesem Thriller so unbesiegbar, wie es das Finanzsystem derzeit für die Bemühungen der Politik zu sein scheint. Das widersprüchliche, nur halb-versöhnliche Finale von The International ist deshalb ein kongeniales Ende für diesen Film.

Bestes Zitat:

“Darin liegt das wahre Wesen des Bankgewerbes: Man will uns, egal ob als Länder oder als Individuen, zu Sklaven der Schulden machen.”

Der Trailer zum Film:

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