Draufgeschaut: The Tourist


Film The Tourist

Szene aus dem Film The Tourist mit Johnny Depp und Angelina Jolie

Elise (Angelina Jolie) nutzt Frank (Johnny Depp) als Lockvogel.

Produktionsland USA, Frankreich
Jahr 2010
Spielzeit 103 Minuten
Regie Florian Henckel von Donnersmarck
Hauptdarsteller Angelina Jolie, Johnny Depp, Paul Bettany, Timothy Dalton
Bewertung

Worum geht’s?

Seit mehr als einem Jahr hat Elise Ward ihren Geliebten nicht mehr gesehen. Denn Alexander Pearce musste untertauchen: Er hat den britischen Fiskus um 744 Millionen Pfund und einen russischen Gangster-Boss um noch mehr Geld betrogen. In insgesamt 14 Ländern sind die Behörden hinter ihm her. Interpol ist ihm auf den Fersen und observiert auch jeden Schritt von Elise in der Hoffnung, dadurch einen Tipp auf seinen Aufenthalt zu bekommen. Tatsächlich bekommt Elise eine geheime Botschaft mit einer Einladung nach Venedig, die von Interpol entschlüsselt wird. Im Zug dahin setzt sie sich neben einen Unbekannten, um die Agenten, die sie beschatten, auf eine falsche Fährte zu locken. Sie flirtet mit Frank Tupelo, einem Mathematiklehrer aus den USA, und checkt dann mit ihm in einem Luxushotel in Venedig ein. In der Tat halten ihn die Ermittler für Alexander Pearce, was ein Versteckspiel in der Lagunenstadt nach sich zieht, die für alle Beteiligten immer verwirrender wird.

Das sagt shitesite:

Wahrscheinlich soll The Tourist ein gewitzter Thriller à la Alfred Hitchcock sein. In jedem Fall ist der Film altmodisch genug dazu (Es wird Zug gefahren! Es werden Briefe geschrieben!), hat die passenden Schauplätze (Paris und Venedig) und auch einen entsprechenden Soundtrack (der gerne mal auf Geigen-Overkill setzt). Aber die Neuverfilumg eines französischen Krimis namens Anthony Zimmer kommt nicht einmal in die Nähe dieses Vorbilds (oder wenigstens der Vorlage aus dem Jahr 2005). Es gibt keine Leichtigkeit, keine Atmosphäre, keinen Witz und kaum Spannung, auch die finale Pointe von The Tourist ist recht früh zu erahnen.

Die beiden Top-Stars in den Hauptrollen liefern allenfalls routinierte Leistungen ab, so etwas wie eine besondere Chemie zwischen ihnen ist in keinem Moment zu erkennen. Die romantische Geschichte innerhalb des Agenten-Plots scheitert auch deshalb, weil sie so unglaubwürdig ist. Es ist wenig einleuchtend, dass Frank sich so stark vom Jetset-Leben und der glamourösen Elise angezogen fühlt, dass er dafür halsbrecherische Verfolgungsjagden, Schießereien bei der Morgentoilette und Drohungen durch die russische Mafia über sich ergehen lässt. Noch weniger überzeugend ist die Idee, Elise würde sich heimlich nach einem bodenständigen Leben an der Seite eines Mathematiklehrers sehnen.

Sie ist undurchdringlich und polyglott, er ist vertrottelt und provinziell – solche holzschnittartigen Elemente finden sich immer wieder in The Tourist. Dazwischen gibt es vor allem logische Ungereimtheiten und sehr schlechte Actionszenen, die sich nie recht entscheiden können, ob sie wirklich Schießereien und Verfolgungsjagden zeigen sollen oder doch lieber die hübsche Dekadenz von Venedig. Fazit: Dieser Tourist wäre lieber zuhause geblieben.

Bestes Zitat:

„20 Millionen Dollar für den besten Schönheits-Chirurgen – und du suchst dir dieses Gesicht aus?“

Der Trailer zum Film.

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