Draufgeschaut: There Will Be Blood


Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) und sein Sohn H.W. (Dillon Freasier) sind mit Öl reich geworden.

Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) und sein Sohn H.W. (Dillon Freasier) sind mit Öl reich geworden.

Film There Will Be Blood
Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 158 Minuten
Regie Paul Thomas Anderson
Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Kevin J. O’Connor, Dillon Freasier, Russell Harvard
Bewertung ***

Worum geht’s?

Als „Ölmann“ stellt sich Daniel Plainview gerne selbst vor: Er gehört zu den Pionieren der Branche, findet immer wieder neue Vorkommen und erschließt sie mit großem Erfolg. Als er einen Hinweis auf ein großes Ölfeld in der Nähe von Little Boston bekommt, kauft er dort im großen Stil Land auf und verspricht den Leuten in der Gegend satte Gewinne. Doch er muss sich dafür mit Eli Sunday anlegen, dem Priester der Gemeinde, der ihm fortan das Leben schwer macht. Und dann wird bei einem Unglück am Bohrloch auch noch H.W. schwer verletzt, der Sohn des Ölmanns.

Das sagt shitesite:

So etwas wie eine Handlung oder gar ein Duell hat There Will Be Blood nicht zu bieten. Dass die ersten knapp 14 Minuten ohne ein einziges Wort auskommen, ist dabei bezeichnend: Der Film verlässt sich zum einen auf seine düstere Atmosphäre, zu der toll fotografierte Bilder genauso gehören wie die kongeniale Filmmusik von Radiohead-Mann Johnny Greenwood. Und zum anderen auf Daniel Day-Lewis, dessen Leistung in There Will Be Blood phänomenal ist. Er gibt die Hauptfigur zunächst als hart malochenden Bergmann, dann als gewieft-mutigen Unternehmer, schließlich als Wrack, zerfressen von der eigenen, erbarmungslosen Gier.

Er ist es letztlich auch, der den großen Kampf von There Will Be Blood in sich selbst ausficht: Er ist ein Pionier, nicht nur im Hinblick auf Bohrtechnik, sondern auch im Denken. Er bringt Investitionen, Geld, Arbeit, Infrastruktur, letztlich die Moderne in eine Gegend, in der in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts noch Zusammenhalt, Gott und Familie die tonangebenden Werte sind. Dass diese beiden Welten nicht zusammenpassen, illustriert Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson immer wieder auch mit kurzen Passagen, in denen Ton und Bild nicht übereinstimmen. Daniel Plainview will seinen Arbeitern klar machen, dass sie sich zwischen Reichtum und Seelenheil entscheiden müssen. Für sich selbst hat er die Antwort in diesem Zwist schon längst gefunden: Ohne allzu größes Zögern lässt er sich vom verhassten Priester taufen, um sein Geschäft zu sichern.

Mit seinem Ehrgeiz, Neid und Misstrauen wird Plainview zur Verkörperung des Kapitalismus. Er muss immer der Sieger sein, und mehr als die Zweitplatzierten verachtet er nur noch diejenigen, die an seiner Statt ganz oben stehen. Das macht ihn erst zum Menschenhasser, letztlich zum Teufel – und in jeder Szene von There Will Be Blood unendlich einsam.

Bestes Zitat:

“Es gibt Momente, da sehe ich einen Menschen an und sehe nichts, was ich leiden kann. Ich will so viel Geld verdienen, dass ich niemanden mehr sehen muss.”

Der Trailer zum Film:

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