Draufgeschaut: Tod eines Immobilienmaklers


Film Tod eines Immobilienmaklers

In der Gameshow von Lurifax (Søren Rislund) kann man eine zweite Chance gewinnen.

In der Gameshow von Lurifax (Søren Rislund) kann man eine zweite Chance gewinnen.

Produktionsland Dänemark
Jahr 2009
Spielzeit 76 Minuten
Regie Anders Matthesen
Hauptdarsteller Anders Matthesen, Søren Rislund, Iben Dorner
Bewertung

Worum geht’s?

Alex Klein ist wahrscheinlich der am schlechtesten gelaunte Mann in ganz Dänemark. Früher wollte er Polizist werden, doch er war zu klein dafür – und jetzt macht ausgerechnet seine Freundin bei der Polizei Karriere. Mit einer Strandvilla, die er günstig gekauft und aufwendig restauriert hat, wollte er einen saftigen Gewinn machen – doch dann kam ihm die Finanzkrise dazwischen. Seine kleine Tochter betrachtet er als Nervensäge und jetzt droht er, mit 35, auch noch seinen Job als Immobilienmakler zu verlieren. Es kommt allerdings noch schlimmer: Alex stirbt bei einem Verkehrsunfall. Als er im Himmel zu sich kommt, stellt er fest, dass er in einer Game-Show gelandet ist, in der er sich eine zweite Chance auf Erden erspielen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass er die negativen Seiten seines Charakters ablegt – und die Jury, die seine Fortschritte dabei bewerten soll, ist äußerst kritisch.

Das sagt shitesite:

Das ganze Leben ist ein Quiz, haben einst Hape Kerkeling und Heinz Schenk behauptet, und Tod eines Immobilienmaklers führt diese These noch einen Schritt weiter. Das Ergebnis ist eine groteske Komödie, die sich einige Zoten erlaubt, aber mit einer originellen Ästhetik, einer aggressiven Spielart von Humor und vor allem einer sehr cleveren Zuspitzung am Ende überzeugt.

An einigen Stellen hätte man sich allerdings ein Korrektiv für Anders Matthesen gewünscht, der das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und gleich auch noch die Hauptrolle übernommen hat. Man merkt ihm an, dass ihm eine bitterböse Farce im Stile von Adams Äpfel vorschwebte, doch dieses Niveau erreicht Tod eines Immobilienmaklers nie. Das liegt zum einen daran, dass Alex schlicht zu böse und dadurch unglaubwürdig ist: Einen derart eindimensionalen Besserwisser und Unsympathen dürfte man im echten Leben (hoffentlich) kaum antreffen, auch wenn er notorisch erfolglos und komplett unmotiviert ist. Sein Versuch, in der Gameshow unter Beweis zu stellen, dass er nicht mehr eifersüchtig, cholerisch und eingebildet ist, wird dennoch reizvoll, er wird so etwas wie ein Ebenezer Scrooge in RTL2-Kulisse.

Zum anderen werden moralische und nachdenkliche Momente nicht immer elegant mit den höchst amüsanten Dialogen und fiesen Spitzen verbunden. Fazit: interessant und mutig, aber in der Umsetzung mit einigen Schwächen.

Bestes Zitat:

„Gibt man seiner Begierde nach, züchtet man noch mehr. Als würde man seinen Durst mit Salzwasser stillen.“

Der Trailer zum Film:

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