Draufgeschaut: Two Lovers


Sandra (Vinessa Shaw) himmelt Leonard (Joaquín Phoenix) an.

Sandra (Vinessa Shaw) himmelt Leonard (Joaquín Phoenix) an.

Film Two Lovers
Produktionsland USA
Jahr 2008
Spielzeit 110 Minuten
Regie James Gray
Hauptdarsteller Joaquín Phoenix, Gwyneth Paltrow, Vinessa Shaw, Isabella Rossellini
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

Leonard ist hin- und hergerissen: Gerade hat er sich in seine Nachbarin Michelle verliebt, da macht ihm auch Sandra eindeutige Avancen. Sie ist die Tochter eines Geschäftsfreundes seines Vaters, und eine Beziehung zu ihr könnte somit der ganzen Familie nutzen. Die Entscheidung fällt ihm nicht nur deshalb schwer, weil beide attraktive Frauen sind. Leonard kämpft auch mit einem Trauma: Vor Jahren hat ihn seine Verlobte verlassen, weil bei einem Gentest herauskam, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit keine gesunden Kinder bekommen können. Einer echten Beziehung will er deshalb lieber aus dem Weg gehen.

Das sagt shitesite:

Dass der Konflikt, in dem Leonard steckt, so klassisch wirkt, liegt auch daran, dass Two Lovers an die Kurzgeschichte Weiße Nächte von Fjodor Dostojewski angelehnt ist. Wirklich faszinierend ist hier aber nicht der Weg, den die Hauptfigur nimmt, um zu einer Entscheidung zu kommen. Der Blick ist in Two Lovers nicht nach vorne gerichtet, sondern nach innen.

Erst nach und nach erschließt sich, warum Leonard (famos: Joaquín Phoenix) solch ein Nervenbündel ist – zwanghaft, nervös und wie ein Dauerpatient lebend in seinem Elternhaus, das vollgestopft ist mit Klamotten und Möbeln, die seit 30 Jahren aus der Mode sind. Seit seine Verlobte ihn verlassen hat, ist er ein emotionales Wrack. Dass Sandra ihn nun anhimmelt und Michelle ihn zumindest putzig genug findet, um ihn auszunutzen, verschafft ihm keineswegs Sicherheit, sondern bringt ihn erst recht in Gefahr: Leonard wirkt verklemmt, aber er hält nichts von Vernunft und Sicherheit. Er ist ein Mann, der gerade deshalb so übervorsichtig ist, weil er Angst hat vor seiner eigenen Leidenschaft. Er ist ein Mann, der zu viel liebt, inniger und unbedingter als alle anderen, und gerade das macht ihn einsam.

Two Lovers zeichnet diesen Charakter sehr behutsam und schafft mit Sandra und Michelle zwei Spiegel, in denen Leonards Trauma immer wieder sichtbar wird. Am Ende steht ein Moment (wie auch am Anfang des Films, wenn auch in ganz anderem Sinne), der das ganze Leben ändern kann. Und die Erkenntnis, dass sich das Glück nicht kalkulieren lässt – und die Liebe schon gar nicht.

Bestes Zitat:

“Du bist anders. Du gibst nicht vor, etwas zu sein, was du nicht bist.”

Der Trailer zum Film:

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