Draufgeschaut: Untold Scandal


Film Untold Scandal

Untold Scandal Filmkritik Rezension

Jo-won (Bae Yong-jun) ist berühmt für seine Verführungskünste.

Produktionsland Südkorea
Jahr 2003
Spielzeit 124 Minuten
Regie Lee Jae-yong
Hauptdarsteller Bae Yong-jun, Lee Mi-suk, Lee So-yeon, Jeon Do-yeon
Bewertung

Worum geht’s?

Jo-won ist der Erstgeborene einer angesehenen Adelsfamilie und mit 29 genießt er sein Leben als Casanova in vollen Zügen. Er ist berühmt für seine Verfühurngskunst, besonders gerne malt er seine Geliebten dann noch nackt. Seine Cousine Jo, auf die er schon lange ein Auge geworfen hat, bietet ihm eines Tages eine Wette an: Sie wird mit Jo-won schlafen, wenn es ihm gelingt, die 16-jährige So-ok zu verführen, die demnächst an den Hof kommt und zur neuen Zweitfrau eines Vizeministers werden soll, der sich schon auf die unberührte Konkubine freut. Jo-won nimmt die Wette an, und stellt sich – weil ihm die Eroberung eines unschuldigen Mädchens zu einfach erscheint – selbst noch ein zweites Ziel: Er will auch die jungfräuliche Suk in seinen Bann ziehen, deren Verlobter kurz vor der Hochzeit gestorben ist und die sich nun geschworen hat, nie mehr einen anderen Mann zu haben. Doch vor allem an Suk scheint sich der Weiberheld die Zähne auszubeißen – auch weil seine Cousine versucht, ihm das Leben möglichst schwer zu machen.

Das sagt shitesite:

Die Liaisons dangereuses von Pierre Choderlos de Laclos nach Südkorea verlegen? Diese Idee erscheint abwegig, wird mit Untold Scandal aber überzeugend umgesetzt. Dass die Handlung des Briefromans, der auch schon als Gefährliche Liebschaften den Weg auf die Kinoleinwand gefunden hat, auch in Asien funktioniert, liegt vor allem an einer historischen Parallele: Auch Regisseur Lee Jae-yong lässt seinen Film im späten 18. Jahrhundert spielen. In Korea war das die Zeit der konfuzianisch geprägte Joseon-Dynastie. Keusche Damen und gelehrte Herren – das war das propagierte Ideal, und es kontrastiert hier natürlich eindrucksvoll mit dem lüsternen Treiben in dieser Geschichte und der Erotik dieses Films.

Untold Scandal zeigt in erster Linie, wie wenig Ehrlichkeit hinter dem Programm von Etikette und Anstand dieser Zeit steckte: Der Alltag des Adels besteht in erster Linie aus Zynismus und Langeweile, die sich nur mit Sex und Intrigen (oder am besten: einer Kombination aus beiden) vertreiben lässt. In wundervollen Bildern zeigt der Film, dass sich auch jenseits der körperlichen Liebe für Jo-won und seinesgleichen alles um Sinnesfreuden dreht: Malerei, Musik, Kalligrafie und Gesang gehören dazu, ebenso wie aufwändige Kleider, raffinierte Düfte und prächtige Gärten.

Für all das nimmt sich Untold Scandal viel Zeit, was den Film – erst recht im Vergleich zu poppigen Interpretationen dieser Geschichte wie Eiskalte Engel – etwas altbacken und langatmig wirken lässt. Auch wenn diese Verfilmung einige spannende Figuren zu bieten hat, leidet der Film zudem an einem antiquierten Frauenbild: Die Frage bei ihnen ist nie, ob sie sich unterwerfen, sondern bloß wann und wem. Und nicht zuletzt ist es nicht gerade zuträglich, dass die Vorlage eben so bekannt ist: Man weiß sehr schnell, was am Ende dieser gut zwei Stunden stehen wird.

Bestes Zitat:

„Wer einmal den Ozean erblickt hat, wird sich nicht mehr von einem Teich beeindrucken lassen.“

Der Trailer zum Film.

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