Draufgeschaut: Wer’s glaubt, wird selig


Film Wer’s glaubt, wird selig

Georg (Christian Ulmen) bittet den Papst (Nikolaus Paryla), seine Schwiegermutter heilig zu sprechen.

Georg (Christian Ulmen) bittet den Papst (Nikolaus Paryla), seine Schwiegermutter heilig zu sprechen.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2012
Spielzeit 105 Minuten
Regie Marcus H. Rosenmüller
Hauptdarsteller Christian Ulmen, Marie Leuenberger, Nikolaus Paryla, Lisa Maria Potthoff, Fahri Yardım, Hannelore Elsner, Simon Schwarz, Maxi Schafroth, Jürgen Tonkel
Bewertung

Worum geht’s?

Hollerbach hat schon bessere Tage gesehen. Das kleine bayerische Dorf lebte einst prächtig vom Ski-Tourismus. Doch seit der Schnee ausbleibt, geht es bergab. Auch Georg, der aus Hamburg zugezogene Wirt des Ortes, leidet darunter. Als seine überaus fromme Schwiegermutter Daisy stirbt und sich ein Begräbnis „wie eine Heilige“ wünscht, kommt er allerdings auf eine Idee: Wenn Daisy wirklich heilig gesprochen würde, kämen endlich wieder Gäste nach Hollerbach. Seine Kumpels im Ort sind anfangs wenig begeistert, ermutigen Georg aber schließlich, es einfach mal zu versuchen und die Heiligsprechung beim Vatikan zu beantragen. In Rom ist man zwar skeptisch, will aber immerhin einen offiziellen Prüfer nach Bayern schicken. Es gibt da nur ein paar Probleme: Daisy war keineswegs so tugendhaft, wie sie sich gab. Und dann müssen Georg und seine Mitstreiter auch noch nachweisen, dass die schräge Alte zwei kirchlich anerkannte Wunder vollbracht hat.

Das sagt shitesite:

Dass Religion irrational ist, mag keine allzu weltbewegende Erkenntnis sein. Aber Wer’s glaubt, wird selig macht daraus eine wunderbar freche, urige und liebenswerte Komödie. Da sitzt tatsächlich der Papst an einem Küchentisch in der bayerischen Provinz und schmunzelt selbst über die Leichtgläubigkeit seiner Schäflein. Da fällt ein Priester in Ohnmacht, als er ein leibhaftiges Wunder erlebt. Und da ist eine grimmige Alte, die aus dem Reich der Toten zurückkommt, um den Hinterbliebenen zu erzählen, dass sie gar nicht in den Himmel will.

Bis solch schräge Gags sich entfalten können und man mit dem skurrilen Heimatfilm-Charme von Wer’s glaubt, wird selig warm geworden ist, dauert es zwar eine Weile. Dann gewinnt der Film aber schnell an Fahrt, stapelt immer neue Schichten von schwarzem Humor aufeinander und gönnt sich schließlich sogar ein wenig Psychedelik.

Der hemdsärmelige Humor des Landlebens wird dabei ebenso aufs Korn genommen wie die Bigotterie der Amtskirche. Das ist zwar manchmal zu platt, um ein himmlisches Vergnügen zu werden, aber deutlich amüsanter als jeder Gottesdienst. Und es zeigt: Glauben funktioniert dann am besten, wenn man glauben will.

Bestes Zitat:

“Wir kommen alle in die Hölle!“

Der Trailer zum Film:

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