Draufgeschaut: Whatever Works


Boris (Larry David) nimmt die Ausreißerin Melody (Evan Rachel Wood) bei sich auf.

Boris (Larry David) nimmt die Ausreißerin Melody (Evan Rachel Wood) bei sich auf.

Film Whatever Works
Produktionsland USA, Frankreich
Jahr 2009
Spielzeit 92 Minuten
Regie Woody Allen
Hauptdarsteller Larry David, Evan Rachel Wood, Henry Cavill, Patricia Clarkson, Ed Begley Jr.
Bewertung

Worum geht’s?

Boris Yellnikoff hat nicht allzu viel Spaß am Leben. Er lebt getrennt von seiner Frau, den Physiknobelpreis hat der Professor knapp verpasst und dann auch noch einen Selbstmordversuch überlebt. Obwohl er die Menschen nicht leiden kann, nimmt er die junge Ausreißerin Melody bei sich auf, die aus den Südstaaten kommt und nun in New York ein neues Leben anfangen will. Die junge Frau bringt schnell frischen Wind ins Leben des Pensionärs und wird dann sogar seine Ehefrau. Spätestens, als auch noch Melodys Mutter auftaucht und angesichts des Altersunterschieds zwischen Melody und Boris alles versucht, um das Paar auseinanderzubringen, mündet das in einer sehr turbulenten Beziehung.

Das sagt shitesite:

Mehr als 30 Jahre lag das Drehbuch für Whatever Works in der Schublade, bevor es endlich verfilmt wurde. Vielleicht liegt es daran, dass hier wieder einmal die klassischen Stärken von Woody Allen zum Vorschein kommen: Ironie, Intelligenz und Nonchalance, eingebettet in seine Heimatstadt New York.

Whatever Works beginnt mit einem sechsminütigen Dialog von Boris, und auch danach bleiben seine Tiraden der Treibstoff für diesen Film. Boris ist ein Misanthrop, schwatzhaft, eitel und zynisch. Er sehnt sich nach „Isolation von der Welt“, wie er sagt. Als Melody in sein Leben platzt, wird sie zu einem spannenden Gegenpol dazu: Sie ist ein Sonnenschein, noch schwatzhafter, fröhlich und durch und durch naiv.

Boris ist zunächst vor allem dankbar, hier einen Gast in seiner Wohnung zu haben, der seine zynischen Theorien ohne Widerspruch anhört und ihn dafür sogar als Genie verehrt. Als Melody dann nach und nach Fuß fasst in New York und in Boris‘ Gedankenwelt, bestaunt dieser das Geschöpf, das er geschaffen hat. Boris will der Lehrer für Melody sein, er will sie von der Zwangsläufigkeit seiner Weltverachtung überzeugen – doch es kommt andersherum: Der Mann, der satt vom Leben ist, wird angesteckt mit dem Optimismus einer Frau, die gierig nach dem Leben ist.

Sehr geschickt schafft es Whatever Works, die Übellaunigkeit von Boris zu unterwandern und aus ihm so einen faszinierenden und sogar sympathischen Charakter zu machen. Nicht nur am Anfang, sondern auch mitten im Film spricht die Hauptfigur mehrmals direkt in die Kamera zum Zuschauer, zunächst als Oberlehrer, dann auf Augenhöhe, schließlich beinahe als Hilfesuchender. Auch das ist ein gutes Beispiel für den Witz und die doppelten Böden, mit denen diese sehr altmodische, sehr geistreiche und sehr unterhaltsame Komödie arbeitet.

Bestes Zitat:

„Die Frage ist nicht, wovon ich leben soll. Die Frage ist, wozu ich leben soll.“

Der Trailer zum Film:

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