Draufgeschaut: White House Down


Film White House Down

White House Down Filkritik Rezension

John Cale (Channing Tatum) will den US-Präsidenten (Jamie Foxx) beschützen.

Produktionsland USA
Jahr 2013
Spielzeit 131 Minuten
Regie Roland Emmerich
Hauptdarsteller Channing Tatum, Jamie Foxx, Maggie Gyllenhaal, Jason Clarke, James Woods, Richard Jenkins, Joey King
Bewertung

Worum geht’s?

John Cale ist in besonderer Mission im Weißen Haus: Zum einen will er mit seiner Tochter Emily, die seit der Trennung ihrer Eltern nicht mehr allzu gut auf ihn zu sprechen ist, eine Tour durch den Amtssitz des US-Präsidenten machen und dem politisch sehr interessierten Mädchen so einen spektakulären Nachmittag bereiten. Zum anderen erwartet ihn ein Bewerbungsgespräch, denn er will Teil des Secret Service und damit der Leibwache von US-Präsident James Sawyer werden. Beides tritt auf denkbar dramatische Weise ein: Als Terroristen das Weiße Haus erobern und die halbe Regierung als Geiseln nehmen, wird Emily zu einer Schlüsselfigur, denn sie filmt mit ihrem Handy die Angreifer und versorgt die Außenwelt so mit Informationen über die Terroristen. Ihr Vater hingegen schafft es, den Präsidenten aus der Schusslinie zu bringen, als alle anderen Sicherheitskräfte ausgeschaltet sind. Beim Versuch, sich selbst, seine Tochter und das Oberhaupt der freien Welt in Sicherheit zu bringen, ist John Cale allerdings fast auf sich alleine gestellt. Denn die verbliebenen Regierungskräfte außerhalb des Weißen Hauses verfallen in Panik und Kompetenzgerangel.

Das sagt shitesite:

„Ich werde alles dafür tun, um zu verhindern, dass Trump ins Weiße Haus einzieht, denn das wäre wirklich eine Katastrophe für Amerika. Schlimmer als jedes Erdbeben“, hat Roland Emmerich im Juli in einem Interview gesagt. Dabei gibt es, nicht nur in White House Down, einige Parallelen zwischen den Filmen des deutschen Regisseurs und dem republikanischen Präsidentschaftsbewerber: Seine Agenda bietet viel Patriotismus, eine Vorliebe für starke Männer und einsame Entscheidungen – aber wenig Logik.

Das trifft auch hier zu, ist in einem Actionfilm allerdings womöglich verschmerzbar. Schlimmer wiegt da schon, dass White House Down einige Längen hat und auch mit seinen Spezialeffekten und Stunts nicht immer überzeugt. Jamie Foxx und Channing Tatum bilden ein allenfalls solides Hauptdarstellerpärchen und das Ende des Films ist, natürlich, unsagbar pathetisch.

Erstaunlich ist hingegen, wie sehr sich Emmerich hier als Fan von Social Media, Internet und Whistleblowern (personifiziert durch die kleine Emily) positioniert. Auch Barack Obama, bei dem der charmante, bodenständige, tatkräftige und humanistische Präsident in diesem Film einige Anleihen nimmt, hätte sich kaum einen besseren Werbespot wünschen können.

Am meisten überrascht bei White House Down allerdings, wie wenig Humor dieser Film bietet. Der ist normalerweise längst etabliert in diesem Genre und hätte auch gepasst, weil Emmerich hier deutlich auf den Spuren von Stirb langsam wandelt, einer Actionreihe, in der die witzigen Sprüche mindestens genauso sehr zum Kultstatus beigetragen haben wie die Schießereien und Verfolgungsjagden. Emmerich macht (auch) aus diesem Film eine Hymne auf Amerika als bedrohtes Prinzip, das getragen wird von mutigen Entscheidungen und dem Zusammenhalt aufrechter Menschen. Auch eine Huldigung für den Präsidenten als starken Mann. Dass er das tatsächlich ernst meint und in keinem Moment in Versuchung gerät, sich etwas Ironie zu erlauben, ist dann doch kaum zu fassen, vielleicht sogar ein bisschen beängstigend – erst recht, wenn man sich vorstellt, dass in diesem Weißen Haus demnächst vielleicht Donald Trump sitzen wird.

Bestes Zitat:

„Als Präsident der Vereinigten Staaten sage ich das mit der vollen Bedeutung, Macht und Autorität meines Amtes: Fick dich!“

Der Trailer zum Film.

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