Durchgelesen: Hans-Henning Scharsach und Kurt Kuch – „Haider“


Autor Hans-Henning Scharsach und Kurt Kuch

„Haider“ ist eine beeindruckende, aufrüttelnde Fleißarbeit.

Titel Haider – Schatten über Europa
Verlag KiWi
Erscheinungsjahr 2000
Bewertung

Schon der Fleiß, den die Autoren für diese Dokumentation an den Tag gelegt haben (1512 Fußnoten belegen alle Zitate und Zahlen) zeigt: Sie gehen an das Thema keineswegs neutral heran, sondern engagiert.

Dass Jörg Haider jemand ist, dem man auch nicht neutral gegenüberstehen kann, sondern engagiert entgegentreten muss, zeigt dieses Buch deutlich, vor allem durch teilweise erschreckende Parallelen zwischen Hitlers Aufstieg und der Karriere Haiders, zwischen den Parolen der NSDAP und den Zielen der FPÖ.

Aber leider lässt „Haider – Schrecken über Europa“ auch Fragen unbeantwortet. Nämlich wer die Leute sind, die Haider wählen und warum sie sich von ihm so leicht manipulieren lassen, also wo die Probleme des Landes liegen, die Ängste und Ausländerfeindlichkeit schüren, von denen Haider profitiert.

Insbesondere das Kapitel über die von Haider angestrebte plebiszitäre Demokratie hätte diese Frage den Autoren aufdrängen müssen. „Das ‚gesunde Volksempfinden‘ war immer schon autoritär“, behaupten sie und stellen damit ungewollt die These auf: Das nicht-autoritäre System hat nicht das eigentliche Gemeinwohl im Sinn und bevormundet die Bürger. Damit verfallen die Autoren genau in Haiders Argumentation.

Dennoch ein (trotz einiger Dopplungen und Wiederholungen, die der etwas konfusen Struktur geschuldet sind) ein wichtiges Buch. Denn gegen Manipulation und Vorurteile hilft eben nur die Wahrheit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.