Durchgelesen: Helge Schneider – „Eiersalat“


Helge Schneider als Männerhasserin. Das Ergebnis ist ein absurdes Knäuel.

Autor Helga Maria Schneider
Titel Eiersalat – Eine Frau geht seinen Weg
Verlag KiWi
Erscheinungsjahr 1999
Bewertung ***

Nach etwas mehr als der Hälfte dieser gerade einmal 120 Seiten ist es so weit: Man ist genervt. Man denkt sich: Dieser Helge Schneider kann sich ja viel erlauben. Schließlich haben wir ihm viel zu verdanken, beispielsweise den intelligentesten Klamauk und einen ganz neuen Blick auf Humor in Deutschland. Aber damit will man ihn dann doch nicht durchkommen lassen: Ein Buch aus der Sicht einer Männerhasserin.

Das Problem ist keineswegs, dass hier Helga statt Helge schreibt. Das Problem ist eher, dass sich die Pointe, Sprache und Gestus der Emanzipationsbewegung durch Überzeichnung aufs Korn zu nehmen, recht schnell abnutzt. Und dass man die gelegentlichen Gewalt-Exzesse bereits aus den Kommissar-Schneider-Romanen kennt, und zwar besser. Deshalb ist die Lektüre von „Eiersalat“ lange Zeit unbefriedigend.

Doch dann passiert etwas. Die Handlung, wenn man davon reden kann (eine Frau hasst Männer, schmeißt ihren Gatten raus, und begibt sich dann auf Weltreise), nimmt nicht einmal eine Wendung. Aber die Ereignisse überschlagen sich plötzlich zu einem derart absurden Knäuel, dass es an Schneiders beste Momente erinnert. Das, und einige gelungene Gags, versöhnen dann doch. Beim nächsten Mal aber bitte wieder Kommissar Schneider!

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