Durchgelesen: John Updike – „Die Witwen von Eastwick“ 2


„Die Witwen von Eastwick“ zeigt John Updike nur manchmal in Bestform.

Autor John Updike
Titel Die Witwen von Eastwick
Verlag Rowohlt
Erscheinungsjahr 2008
Bewertung ***

De mortuis nil nisi bene. So sagt man. Und man muss da für John Updike keine Ausnahme machen. „Die Witwen von Eastwick“ ist ein gutes Buch, und auch hier beweist der im Januar verstorbene Autor seine Größe.

Aber tot oder nicht, Anstand hin oder her, es muss gesagt werden: Er tut es nur gelegentlich. Ein Vierteljahrhundert nachdem sie das Städtchen zuletzt in Aufruhr versetzt haben, lässt er sein diabolisches Trio nach Eastwick zurückkehren. Trotz dieser vielversprechenden Konstellation krankt der Roman vor allem daran, dass Updike der Geschichte von Lexa, Jane und Sukie kaum etwas hinzuzufügen hat außer ein paar schlauen Betrachtungen über das Älterwerden (die in seinen anderen späteren Romanen deutlich besser in die Handlung integriert sind), ein paar unbedeutenden Gedanken über die ägyptische und chinesische Kultur (dorthin reisen die drei Freundinnen, um einander wieder näher zu kommen) und zum Schluss einer kruden Elektro-Magie, die mit pseudo-wissenschaftlichem Beiwerk auch noch plausibel gemacht werden soll.

Es gibt noch ein Problem: Updike macht sich nicht die Mühe, den drei Witwen auch für diejenigen Leser ein Gesicht zu geben, die „Die Hexen von Eastwick“ nicht gelesen haben. Für sie könnte diese Fortsetzung deshalb etwas blass und verworren wirken. Für alle anderen ist es immerhin ein guter, aber kein exzellenter Lesespaß.


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