Durchgelesen: Reinhard Janssen – „Der Wolfsritter“


„Der Wolfsritter“ ist passable Hobby-Literatur.

Autor Reinhard Janssen
Titel Der Wolfsritter
Verlag Books on demand
Erscheinungsjahr 2003
Bewertung **1/2

In mancher Hinsicht ist Reinhard Janssen ein Spätzünder. Als immerhin schon 68-Jähriger brachte er jüngst sein erstes Buch heraus. „Der Wolfsritter“ ist ein Roman, der im 9. Jahrhundert spielt.

Auch sein Interesse für historische Themen entstand bei Reinhard Janssen spät, nämlich erst nach seiner Pensionierung. Zuvor hatte er 28 Jahre lang als Forstbeamter in Wildflecken in der Rhön gearbeitet.

Diesen Hintergrund merkt man seinem Debüt auch an. Der Erzähler ist jemand, der die Natur kennt – und sie liebt. „Der Wolfsritter“ überzeugt mit sachkundigen und faszinierenden Schilderungen der Landschaften und der Tiere, die im Roman keine unbedeutende Rolle spielen.

So führt am Anfang die Wolfshündin Liesa den Leser zur Hauptfigur. Wolfram von Brahmberg, der Wolfsritter, ist zu Beginn der Handlung 14 Jahre alt. Er erlebt mit, wie seine Eltern getötet werden und die Burg der Familie niedergebrannt wird. Sein Sinnen nach Rache und sein Kampf um die angestammten Rechte stehen im Zentrum des Buches.

Reinhard Janssen strukturiert den Weg des Wolfsritters geschickt, wechselt die Schauplätze und liefert Rückblenden. Die Handlung wird in größere geschichtliche Zusammenhänge eingebettet, etwa die Dänen-Einfälle ins Karolingerreich und die Entfernung der Landesfürsten vom König, die zur Entstehung der so genannten jüngeren Stammesherzogtümer führte. An manchen Stellen ist das Werk allerdings unhistorisch – etwa gab es Mitte des 9. Jahrhunderts weder Ritterturniere noch Wappen oder Ahnengalerien.

Trotz solcher Mängel ist „Der Wolfsritter“ eine spannende Geschichte, die alles bietet, was zu einem Ritterroman gehört: Liebe, Leid und Abenteuer.

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