Durchgelesen: Peter-André Alt – „Friedrich Schiller“


Autor, Werk, Entstehung und Wirkung werden in der Biographie beleuchtet.

Autor Peter-André Alt
Titel Friedrich Schiller
Verlag C.H. Beck
Erscheinungsjahr 2004
Bewertung ****

„Leben – Werk – Zeit“ heißt der Untertitel von Alts zweibändigem Schiller-Standardwerk, aus der dieses 120-Seiten-Bändchen konzentriert wurde. Und dies zeigt bereits die besondere Leistung dieser Biografie: Nicht nur der Autor, nicht nur seine Texte werden hier beleuchtet, sondern auch Entstehung und Wirkung.

Deshalb eignet sich „Friedrich Schiller“ auch kaum als Einführung in das Werk des Autors, dessen besondere Leistung laut Alt darin bestand, „dass er den Menschen auf den Geschmack der Freiheit bringt, indem er ihn mit der Möglichkeit einer Autonomieerfahrung vertraut macht, wie sie nach Schiller allein das Schöne offerieren kann“, und noch weniger als nachträgliche Interpretationshilfe. Am besten liest man diese Lebensbeschreibung parallel zu Schillers Texten – deren Größe deutlich wird, und auf die Alt wieder Lust macht.

Beste Stelle: „Leib, Genuss, Enthusiasmus, Sehnsucht und Trauer sind für ihn primär Chiffren der poetischen Imagination. Schiller ist an solchen Punkten ein körperloser Autor, der seine empirische Welt auf die Phantasie beschränkt, mit deren Hilfe er den Zwängen der Physis zu entkommen sucht.“

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