Fish Tank


Film Fish Tank

Fish Tank Review Kritik

Mia (Katie Jarvis) träumt von einer Karriere als Tänzerin.

Produktionsland Großbritannien
Jahr 2009
Spielzeit 123 Minuten
Regie Andrea Arnold
Hauptdarsteller Katie Jarvis, Michael Fassbender, Kierston Wareing
Bewertung

Worum geht’s?

Die 15-jährige Mia ist beinahe ein Paradebeispiel für Perspektivlosigkeit: Sie wächst in einer Hochhaussiedlung auf, die zum sozialen Brennpunkt geworden ist, sie hat Ärger in der Schule, mit den Freunden, mit der alleinerziehenden Mutter, mit der kleinen Schwester, mit der Polizei. Ein wenig Freude kommt in ihr Leben, wenn sie HipHop hört und ganz allein für sich dazu tanzen kann. An dieser Leidenschaft hängen auch ihre Hoffnungen für die Zukunft: Sie trainiert hart, um später als Tänzerin arbeiten zu können. Motiviert wird sie von Connor, dem neuen Freund ihrer Mutter. Er wird schnell zur Vertrauensperson für das junge Mädchen und bestärkt sie in ihren Ambitionen, bis die Beziehung zwischen den beiden eine gefährliche Nähe entwickelt.

Das sagt shitesite:

Es gibt keine Haustiere im Haushalt, in dem Mia aufwächst. Sie hat keinen Hamster, keine Katze und auch keinen Goldfisch, weil sie überhaupt wenig hat, was nicht nur Geld kostet, sondern auch noch Verantwortung mit sich bringt. Das Bild vom Aquarium, das dem Film von Andrea Arnold den Titel gibt, ist dennoch sehr treffend für ihr Zuhause: Es steht für Ausweglosigkeit, Künstlichkeit und Monotonie, und genau das sind die Szenarien, die Fish Tank prägen. Mehr noch: Wie der Goldfisch in seinem Glas von einer Seite zur anderen schwimmt und dann wieder zurück, ohne zu merken, wie wenig er dabei vorankommt, so geht es auch hier um Wiederholung, nicht nur innerhalb des Alltags, sondern auch zwischen den Generationen. Dass Mia womöglich die Fehler begeht, die auch ihre Mutter im gleichen Alter gemacht hat, ist mehr als offensichtlich – und gerade daraus erwächst ein großer Teil der Spannung zwischen den beiden, schon bevor Connor in ihr Leben tritt.

Fish Tank macht daraus einen erstaunlich komplexen und sensiblen Film. Mia ist aggressiv, perpektivlos, genervt und vorlaut, aber für sie gilt, was auch für die anderen Protagonisten dieses kleinen Sozialdramas gilt: Keine der Figuren ist klar gut oder klar böse. Mia kennt durchaus Ehrgeiz und Disziplin, richtet sie aber auf die falschen Ziele: Statt sich um gute Schulnoten zu bemühen oder ihre Mutter beim Bewältigen eines ebenso tristen wie stressigen Alltags zu unterstützen, will sie ein klappriges Pferd retten, das sie ins Herz geschlossen hat, und den Traum von einer Karriere als HipHop-Tänzerin verwirklichen. Dass selbst die identitätsstiftende Kraft der Musik, die hier unter anderem von James Brown, Nas oder Ja Rule stammt und vor allem im ersten Drittel von Fish Tank sehr gekonnt eingefangen wird, sich für sie am Ende als leeres Versprechen erweist, ist natürlich besonders tragisch.

Dass das Ergebnis so authentisch und bewegend wird, ist dabei zum großen Teil Katie Jarvis in der Hauptrolle zu verdanken. Ihre sagenhaft kraftvolle Darstellung der Mia ist noch beeindruckender, wenn man weiß, dass dies ihre erste Rolle überhaupt war (auch danach hat sie eine jahrelange Pause von der Schauspielerei gemacht). Der Preis als beste Hauptdarstellerin bei den British Independent Film Awards 2009 sowie etliche andere Award-Nominierungen erscheinen da nicht nur allzu verständlich, sondern beinahe zwangsläufig.

Bestes Zitat:

„Sie war 16. Ihre Zeit war vorbei.“

Der Trailer zum Film.

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