Futter für die Ohren mit Atari Teenage Riot, Pool, Dawa und Slug


Kunterbunt? Der Sound von Pool aus Hamburg ist jedenfalls tanzbar und vielseitig. Foto: Katrin Brauer Promotion

Kunterbunt? Der Sound von Pool aus Hamburg ist jedenfalls tanzbar und vielseitig. Foto: Katrin Brauer Promotion

Reset heißt das neue Album von Atari Teenage Riot. Den Titeltrack (***1/2) verschenken die Digital-Hardcore-Aushängeschilder gerade als MP3 bei Soundcloud. Das Ganze klingt ungefähr so, als würden Aliens ein Konzert von AC/DC überfallen. Und thematisiert – gewohnt brachial – die Gefahren von Überwachung und totaler Datentransparenz. Wuchtig und wichtig, wie das gesamte Album.

Ebenfalls bei Soundcloud gibt es derzeit Dying Star (**1/2) gratis zum Herunterladen. Hinter dem Song steckt die Wiener Acoustic-Folkpop-Band Dawa, die Ende Februar ihr zweites Album Psithurisma (griechisch für „Blätterrauschen“) veröffentlichen wird. Das Lied ist originell (vor allem das Cello trägt dazu bei), putzig (ein Glockenspiel!) und eingängig genug, um verstehen zu lassen, warum Dawa auch noch im Wettbewerb um die Teilnahme für Österreich am Eurovision Song Contest sind. Auch dass der Song (wie das gesamte neue Album) live aufgenommen wurde, ist unverkennbar und begrüßenswert.

Noch ein bisschen länger muss man auf Snacks & Supplies warten, das Debütalbum von Pool. Die Platte der drei Jungs aus Hamburg erscheint am 24. April. Als Vorgeschmack gibt es bei Soundcloud gerade Innervisions (***1/2) als Free Download. „Robotischer Style ­ aber echt gespielt“, umreißen David Stoltzenberg, Daniel Husten und Nils Hansen ihren Sound. Was damit gemeint ist, macht Innervisions sehr gut deutlich: Ein tanzbarer, an der Elektronik geschulter Beat. Gitarren, die sich in einem Bett aus Effekten am wohlsten fühlen. Und große Lust auf Pop, die sich gerne auch darin äußern darf, dass man klatscht, die Hände in die Luft reißt oder mitsingt (Everything Everything, Friendly Fires oder The 1975, für die Pool zuletzt schon im Vorprogramm unterwegs waren, sind passende Bezugsgrößen). Da darf man noch einiges erwarten – unter anderem übrigens eine umfangreiche Tour, die das Trio am 28. April auch ins Werk 2 nach Leipzig führen wird.

Zum Schluss noch ein Debütalbum: Hinter Slug steckt Ian Black. Er kommt aus Sunderland aus dem Umfeld von Field Music; Peter und David Brewis haben Ripe, seinen am 17. April erscheinenden ersten Longplayer, auch in ihrem bandeigenen Studio aufgenommen und produziert. Zusätzlich spielen sie auch ein paar Instrumente und revanchieren sich damit für die Dienste von Ian Black, der nämlich lange zur Live-Band von Field Music gehörte und sich jetzt mit Slug quasi selbständig macht. “You couldn’t be on the road with them for a year and not feel inspired. Sometimes doing these things helps create a sense of self belief that you can create your own thing…..however delusional that maybe”, sagt Black über sein Erweckungserlebnis. Als eine der ersten musikalischen Kostproben bietet er gerade Running To Get Past Your Heart umsonst zum Herunterladen bei Soundcloud an. Das hat einen Fuzz-Bass ebenso zu bieten wie wirre Percussions und eine Westerngitarre. Die Tour-Inspiration war da offensichtlich äußerst umfangreich.

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