Futter für die Ohren mit Atari Teenage Riot, Tagträumer, Seafret und The Devil Makes Three


Atari Teenage Riot beweisen mit einer Live-EP, wie gut sie in Form sind. Foto: Nic Endo/verstaerker.com

Atari Teenage Riot beweisen mit einer Live-EP, wie gut sie in Form sind. Foto: Nic Endo/verstaerker.com

Seafret sind Jack Sedman (Gesang) und Harry Draper (Gitarre). Gerade waren sie mit dem irischen Folksänger Hozier auf Tour, jetzt kommt ihre neue EP Oceans raus. Man möchte fast sagen: Gerade noch rechtzeitig. Denn die fünf Tracks (unter anderem eine Coverversion von Hoziers Angel Of Small Death And The Codeine Scene) sind bestens geeignet zum Teetrinken, während man auf den Frühling wartet. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, bekommt im Tausch gegen eine Mailadresse hier eine Gratis-Kostprobe. Sinking Ship (***) setzt auf eine brüchige Stimme wie Chris Martin in seinen frühen Jahren, ein dominantes Klavier und eine wehmütige Melodie. Schön.

Österreich startet derzeit musikalisch ziemlich durch, Conchita Wurst und Wanda sind nur zwei Belege dafür. Auch Tagträumer wollen es jetzt jenseits der Landesgrenzen schaffen, ein Schritt auf dem Weg dahin soll der Free Track Sinn (**) werden. In ihrer Heimat hat die Nummer schon Goldstatus erreicht und ist beim österreichischen Gegenstück des Echo als „Song des Jahres“ nominiert. Jetzt verschenkt das Quintett aus der Steiermark den Track auf der Website seiner Plattenfirma Warner, wenn man dafür eine Mailadresse hinterlässt. Das schwankt ziemlich bedenklich zwischen Clueso und Revolverheld. Während der Text eine reizvolle Bodenständigkeit hat, klingt die Musik arg kalkuliert. Wer’s mag: Ende April erscheint die Single Tagträumen, im Juni folgt dann das Debütalbum Alles Okay.

Besonders großzügig zeigen sich Atari Teenage Riot. Ihr aktuelles Album Reset ist schon seit ein paar Wochen draußen. Jetzt legen sie mit einer Live-EP (***1/2) nach, die es bei Bandcamp komplett kostenlos gibt (wer möchte, kann allerdings auch einen selbst festgelegten Betrag dafür zahlen). Der beste der insgesamt sechs Songs ist das furiose J1M1, das die Relevanzattacke von Reset wunderbar auf den Punkt bringt. Bis Ende März sind sie übrigens noch auf Tour, am 30. März gastieren Atari Teenage Riot auch im Leipziger Täubchenthal.

The Devil Makes Three kommen aus Kalifornien (via Vermont und Boston), sind zu dritt und spielen Bluegrass. Allerdings nicht in allzu engen Grenzen. „We bend genres pretty hard“, sagt Gitarrist Pete Bernhard, der gemeinsam mit seinen Bandkollegen Cooper McBean (Banjo) und Lucia Turino (Kontrabass) auch schon mal in Blues- oder Punk-Gefilden landet. Ihr viertes Album I’m A Stranger Here ist schon seit Juni draußen, mit Dragging Chains (***) gibt es auf der Website der Band jetzt ein Lied gratis als MP3 zum Download. Der junge Elvis hätte sich definitiv in diesen Song verliebt, so viel Herzschmerz und subtiler Groove stecken darin. Ab Ende März kommen The Devil Makes Three für fünf Konzerte nach Deutschland. Shows in Köln, Hamburg, Berlin, Leipzig und München stehen dann auf dem Programm.

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