Futter für die Ohren mit Eagle-Eye Cherry, Rita Ora, Prince, Leoniden, Forkupines und Schraubenyeti


Eagle-Eye Cherry Streets Of You

In Nashvill fand Eagle-Eye Cherry die Inspiration für sein fünftes Album. Foto: Promotion Werft/Viktor Flumé

Wenn das mal kein Zufall ist: Durch die Straßen einer Großstadt schlenderte und taumelte Eagle-Eye Cherry im Video zu seinem größten Hit Save Tonight. Jetzt wird sein Ende Oktober erscheinendes neues Album den Titel Streets Of You tragen. Das zum Titelsong gehörige Video hat durchaus einen ähnlichen Ansatz wie der Klassiker aus dem Jahr 1997, auch wenn der Schwede beteuert: „I don’t look back.“ Zwischendurch hatte er schon fast mit seiner Musiklaufbahn abgeschlossen, die letzte Platte stammt aus dem Jahr 2012. Dass es dann doch zu einem fünften Album kam, hing vor allem mit einem Aufenthalt in Nashville zusammen: „Die Einstellung der Leute dort ist fantastisch und die Musik fließt regelrecht durch die Adern dieser Stadt. Egal wohin man geht, überall ist Musik zu hören und jeder applaudiert Dir. Das hat mir die Lust am Spielen zurückgebracht, es war ein regelrechter Aha-Effekt.“ Streets Of You (**1/2) klingt allerdings wenig nach Nashville und auch nicht sonderlich inspiriert, vor allem der Refrain ist ein wenig zu kalkuliert. Eine sehr einnehmende Stimme und ein Händchen für lässige Eingängigkeit hat Eagle-Eye Cherry aber eindeutig immer noch.

Heute gestern wird das neue Album von Schraubenyeti & das Mammut heißen. Damit man bei diesem Titel nicht durcheinander kommt, sei noch einmal klar gestellt: Es erscheint am 12. Oktober (schon zwei Tage zuvor gibt es im Werk 2 in Leipzig das Release-Konzert). Im Titelsong (****) geht es um die Vergänglichkeit aller Dinge („Was gestern noch so gut war / kann heut’ schon wieder weg“), für das Video hat der Künstler, der 2017 von der Jury des „Deutschen Rock und Pop Preises“ zum besten Singer-Songwriter des Landes gekürt wurde, deshalb kurzerhand seinen eigenen Opa verpflichtet. Auch seinen Bart opfert der Wahl-Leipziger, der aus Spremberg stammt. Nicht nur, weil es zum obligatorischen Klavier diesmal auch üppige Arrangements inklusive Streichern und Bläsern gibt, klingt das verdammt gut.

Auch Leoniden werden sich demnächst in Leipzig die Ehre geben, und zwar am 9. November im Naumanns (schon ausverkauft). Dann wird das sehnsüchtig erwartete zweite Album Again (erscheint am 26. Oktober) ziemlich genau zwei Wochen alt sein. Damit dann alle möglichst viel mitsingen können, gibt es nach Kids und River seit kurzem einen dritten Vorab-Track. In Alone (***1/2) feiert Sänger Jakob Amr die Möglichkeit, einmal ganz für sich sein zu können. „Einsamkeit ist zwar schrecklich, aber Alleinsein tut manchmal  gut. Wohlempfinden vor Erlebniszwang. Genau deshalb ist Alone kein trauriges Lied“, sagt er. Das stimmt: Die Band aus Kiel klingt hier so funky, dass man wetten möchte, Jakob tanze ab und zu auch alleine durch die Wohnung und übe dabei heimlich den Moonwalk. Wer mittanzen möchte: Im Februar gehen Leoniden gleich noch mal auf Tour, am 15. 2. steht dann eine Leipzig-Show im Conne Island auf dem Plan.

Gleich eine Doppelsingle namens Sugar | Faith (***1/2) haben Forkupines aus Braunschweig seit heute am Start. Die beiden Songs gehören inhaltlich zusammen, auch das dazugehörige Video wurde verbunden und kommt so auf eine Spielzeit von fast 8 Minuten. Während Sugar viel Punch und eine fast hypnotische Gitarrenfigur hat, packt Faith nach dem sehr eleganten Übergang noch eine Schippe Leidenschaft drauf. Im Text geht es um eine Beziehung, die schon nach drei Monaten vor einem sehr schmerzhaften Aus steht, jeweils aus der Perspektive eines der beiden Beteiligten. Spannend. Am kommenden Freitag startet das Trio um Sänger Simon Skott mit einer Show in Braunschweig die neue Tour.

Ebenfalls seit heute ist Piano & A Microphone 1983 draußen, das Album aus dem Nachlass von Prince. Pünktlich zur Veröffentlichung gibt es – erstmals seit dem Tod des Künstlers – auch ein neues Video, nämlich zu Mary Don’t You Weep (***). Das Spiritual aus dem 19. Jahrhundert ist eines von neun Liedern auf dem posthumen Album. Entstanden waren die Songs 1983 im Heimstudio von Prince, wo er sie allein am Klavier auf Kassette aufnahm. Während das Lied zwar sehr eindringlich ist, aber erst gegen Ende so etwas wie Spannung entwickelt, ist das Video von Salomon Ligthelm umso interessanter. Er thematisiert die Opfer durch Schusswaffengewalt in den USA, gegen die sich auch Prince spätestens nach einem Todesfall 2015 in Baltimore engagiert hatte. Freddie Gray war damals wegen angeblich illegalen Besitzes eines Messers festgenommen worden und kam in Polizeihaft unter ungeklärten Umständen ums Leben. Prince schrieb einen Song darüber und veranstaltete in Baltimore ein Benefizkonzert namens Rally 4 Peace. Weiterhin ehrenwert.

Nochmal Wiederauferstehung: Phoenix wird das neue Album von Rita Ora heißen, das am 23. November herauskommt. Mit der Single Let You Love Me (***) gibt die  27-Jährige jetzt einen weiteren Vorgeschmack auf ihren zweiten Longplayer. Es geht um eine neue Beziehung, in der man sich noch nicht fallen lassen kann, vor der man manchmal noch fliehen möchte. Zwar ist der Gesang dank Auto Tune bei weitem nicht so persönlich, wie es dieses Bekenntnis erlauben würde, aber die Perspektive ist dennoch interessant und der Sound natürlich hochsolider Radiopop. Erfolg dürfte für diesen Phoenix gewiss sein, denn neben Let Me Love You werden auch die Hits Your Song (352 Millionen Streams), Lonely Together (weltweiter Top-10-Erfolg mit Avicii), Anywhere (Gold-Status in Deutschland), For You (aus dem Fifty Shades Freed-Soundtrack) und Girls (mit Cardi B, Bebe Rexha & Charli XCX) vertreten sein.

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