Futter für die Ohren mit Gregor McEwan, Fink, Romare, Sebastian Hackel und Robots Don’t Sleep


Trotz des T-Shirts: Gregor McEwan macht fantastischen Heart-Rock. Foto: Off The Record PR/Kati von Schwerin

Trotz des T-Shirts: Gregor McEwan macht fantastischen Heart-Rock. Foto: Off The Record PR/Kati von Schwerin

Zuerst muss ich der Welt dringend Gregor McEwan ans Herz legen. Sein zweites Album Much Ado About Loving ist meisterhaft, die aktuelle Tour sollte man sich ebenfalls nicht entgehen lassen (als ich ihn unlängst live erlebt habe, hat er tatsächlich eine Coverversion von Nada Surf und ein paar Takte Oasis eingestreut). Diese Vorbilder erkennt man auch auf Silver And Gold (****), das es als Free Track für alle gibt, die ihm auf seiner Facebook-Seite ein „Gefällt mir“ gönnen. In dem Lied klingt nicht nur ein bisschen Noel Gallagher durch, dazu kommen eine Intensität und Leichtigkeit, die man bei deutschen Singer-Songwritern (Gregor McEwan heißt eigentlich Hagen Siems und kommt aus Haltern am See) nicht oft findet. Bitte jetzt alle diesen Mann groß machen!

Bleiben wir in hiesigen Landen und im Genre der Gitarrenbarden: Sebastian Hackel bringt am 11. April sein zweites Album Tageszeitenkurier heraus. Bei Soundcloud gibt es Ein Elefant (**1/2) derzeit umsonst zum Download. Als Mix zwischen Schlaflied und Fabel ist das Stück vielleicht nicht gerade repräsentativ für seinen Sound, aber dass Hackel seine Lieder am liebsten im Dunkeln schreibt, glaubt man bei einem derart zarten, filigranen Song sofort. Am 22. April ist er übrigens live im Täubchenthal in Leipzig zu erleben.

Schon ein paar Mal wurde das Debütalbum von Robots Don’t Sleep angekündigt und dann wieder verschoben. Am 25. April soll es nun wirklich soweit sein, dann wird Mirrors das Licht der Welt erblicken. Einen Vorgeschmack gibt das Duo, bestehend aus dem Berliner Produzenten Robot Koch (Marteria, Casper, KIZ) und Sänger John LaMonica, derzeit bei Soundcloud. Dort kann man Trouble (***1/2) kostenlos als MP3 herunterladen. Ein ebenso effektvoller wie minimalistischer Beat wird da mit der sehr einnehmenden Stimme und viel Pop-Feingefühl gepaart. Das macht Lust auf mehr.

Noch ein bisschen länger müssen die Fans von Fink auf einen neuen Longplayer warten. Hard Believer wird am 11. Juli erscheinen. Den Titeltrack und Opener verschenkt das Trio aber bereits jetzt im Tausch gegen eine Mail-Adresse auf seiner Website. Fin Greenall, Tim Thornton und Guy Whittaker haben das neue Album in der legendären Sound Factory in Los Angeles aufgenommen, als Produzent war wieder Billy Bush (Garbage, Beck, Foster The People) an Bord. “We wanted to go deeper this time, and be more ambitious with the music to move the sound forward without losing touch of where we’re from“, umschreibt Sänger Fin Greenall die Zielsetzung der Band. Hard Believer (***) deutet das zumindest an: Das Fundament ist Blues, dazu kommt eine leicht psychedelische Spannung, die an die Doors denken lässt, und eine Stimme, die auch Zeilen wie „I can hear the silence“ vollkommen einleuchtend klingen lässt.

Fin Greenall war einst der erste Singer-Songwriter, den Ninja Tune unter Vertrag nahm. Das Label kündigt jetzt eine weitere Neuverpflichtung an, die allerdings eher zu den klassischen Ninja-Tune-Koordinaten passt: Romare. Der Engländer hat sich bei seinem Künstlernamen und für seine Arbeitsweise beim Künstler Romare Bearden inspirieren lassen: Sein Elektronik-Sound, der bisher zwei EPs hervorgebracht hat, besteht aus Collagen, (Neu)Konstruktion und Re-Kontextualisierung. Wer das zu abstrakt findet, kann sich auf der Homepage von Romare ein ganz konkretes Beispiel umsonst herunterladen: Jimmy (***). Ein martialischer Beat, Stimm-Samples, eine Blues-Gitarre, eine House-Passage – all das wird verschränkt, verschoben, darf manchmal im Vordergrund glänzen und verschwindet mitunter beinahe ganz hinten im Sound. Ein Album steht demnächst ins Haus.

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