Futter für die Ohren mit Jupiter Jones, Rosi Golan, Marijuana Deathsquad, Title Fight und Jill Barber


Gemeinsam mit Ferris und Jennifer Rostock rühren Jupiter Jones die Werbetrommel fürs neue Album. Foto: Sony Music

Gemeinsam mit Ferris und Jennifer Rostock rühren Jupiter Jones die Werbetrommel fürs neue Album. Foto: Sony Music

Eine Kooperation, die man nicht unbedingt erwartet hätte: Als Teaser für ihr neues Album Das Gegenteil von allem (erscheint am 11. Oktober) haben sich Jupiter Jones für den Free Track Denn sie wissen, was sie tun (**1/2) mit Ferris MC und Jennifer Weist (aka Jennifer Rostock) zusammengetan. Das Lied gibt es derzeit umsonst bei Amazon. Das ist in der Strophe beinahe so heavy wie Motörhead, um dann im Refrain in Richtung Tote Hosen abzurutschen. „Ich habe nichts gegen Menschen“, lautet die erste Zeile. Das ist ja beruhigend.

Gleich im Siebenerpack gibt es kostenlose Downloads derzeit auf der Soundcloud-Seite von Snowhite. Woody Allen (***), gemeint ist in diesem Fall der Track von The Knights, dürfte alle glücklich machen, die seit ungefähr 2007 auf die triumphale Rückkehr von The Bravery warten. Auch eine Titelfigur haben Ponyboy And Lovely Jeanny für ihren Track gewählt: Monica Finkelstein (***1/2) dürfte so manchem den Kopf verdreht haben, der auf erwachsenen, herben Pop britischer Prägung steht. In Distance Far Away From Me (**) von The Blue Angel Lounge zeigt mit viel Hall und wenig Tempo, was bei einem Mix aus den Smiths und Phillip Boa herauskommen könnte. Tallulah Rendall klingt auf Blind Like A Fool (***1/2) gleichermaßen schlau wie sexy, zugleich lebensfroh und angeschlagen. Noch ein bisschen besser ist Rosi Golan (die unlängst schon als Song-Lieferantin für Lena positiv aufgefallen ist) mit ihrem wunderhübschen Underneath A Beating Heart (****). Eindeutig nicht in die Kategorie Art Crimes (***) fällt der gleichnamige Song von Inborn, der eine Prise Everything Everything und eine gute Dosis Zoot Woman enthält. Das Highlight liefern Umlala mit My PDF Files (****) ab, das die wichtige Frage „How do you convert pdf to jpg?“ beantwortet und ebenso durchgeknallt wie kurzweilig ist.

Wunderbar große Spendierhosen finden sich auch im Kleiderschrank des Marijuana Deathsquads. Das lose Kollektiv aus Minneapolis um Ryan Olson (POLIÇA, Gayngs) bietet auf seiner Homepage gerade das Mixtape Tamper. Disable. Destroy als Gratis-MP3 an. Zehn Tracks, denen man mit dem Begriff „HipHop“ eigentlich kaum gerecht werden kann, finden sich darauf. Höhepunkt ist die Single Top Down (***1/2). Zu sanften Elektrosounds gibt es den Gesang von Channy Leaneagh (ebenfalls POLIÇA) und durchweg eine vibrierende Stimmung. Da muss man fast die Fugees nicht mehr vermissen.

Floral Green kann man schon fast nicht mehr das „aktuelle Album“ von Title Fight nennen, schließlich ist die Scheibe schon im vergangenen September rausgekommen. Allerdings ist es nie zu spät, die Hardcore-Punks aus Pennsylvania zu entdecken. Wunderbar funktioniert das mit Gratis-MP3s, und einen davon gibt es derzeit auf dem Tumblr-Profil der Band im Tausch gegen eine Mailadresse. Head In The Ceiling Fan (***) zeigt, wie konsequent das Quartett seine DIY-Philosophie umsetzt. Der Song setzt auf Raum und Tiefe und entwickelt eine feine Melancholie, wie sie Dinosaur Jr manchmal und Weezer noch seltener durchscheinen ließen.

Ein bisschen in der Nähe von Amy Winehouse kann man die Stimme von Jill Barber einordnen. Auch im Sound finden sich durchaus Anknüpfungspunkte. „Keine Frage, es sind die alten Standards, die mich inspiriert haben“, sagt die Kanadierin über ihr Album Mischievous Moon, „die klassische Art der Komposition, die ehrwürdige Art der Instrumentierung und auch die Art der Produktion.“ Die Single Tell Me (***) gibt es momentan als Free Track bei Soundcloud und sie ist der beste Beweis dafür: Das Intro setzt bloß auf ein Fender Rhodes, alles verweist auf die 1950er Jahre (oder noch weiter zurück), am Ende gibt es Opulenz inklusive Streichern und Posaune und dazu einen beinahe anzüglich zu nennenden Schleicher-Beat. Altmodisch, aber hübsch.

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