Futter für die Ohren mit Slayer, L.A. Countdown, Wildbirds And Peacedrums, Serpents, The War On Drugs und Tritonial


Foto von L.A. Countdown

Das Debüt von L.A. Countdown ist zugleich ein Song, ein Album und ein Film. Foto: Domino/Conor Collins

Ist das jetzt ein Song? Oder ein Album? Die Antwort von Aaron M. Olsson alias L.A. Countdown lautet: Es ist beides. Der 42-minütige Track (***), der genauso heißt wie sein Projekt, ist zugleich sein Debütalbum. Wer so viel Zeit übrig hat, kann das Stück auf seiner Website kostenlos herunterladen. Das ist komplett instrumental, aber sehr abwechslungsreich, mit elektronischem Fundament aber einer gelegentlichen Glasur aus „echten“ Instrumenten, vor allem in Form von elektrischen Gitarren, und durchweg sehr entspannt und atmosphärisch. Wer an Filmmusik denkt, liegt richtig: Aaron M. Olsson hat früher als Filmmusik-Komponist gearbeitet, passend dazu gibt es sein Debüt als L.A. Countdown auch komplett mit beeindruckenden Visuals (natürlich gedreht in Los Angeles). Im November soll das Ganze übrigens auch als 12“ Vinyl erscheinen.

Gleich mit einem Doppelalbum melden sich Serpents nach fünf Jahren Pause zurück. Die zweite Hälfte ist allerdings ein Re-Release des 2010 rein digital veröffentlichten Albums Immer Voran!. Der Rest des im Juli erschienenen State Of War bietet EBM im klassischen Sinne. Was damit gemeint ist, zeigt der Titelsong (**1/2), den es als Free Tack bei Soundcloud gibt. Trommeln, die entschlossen scheinen, den letzten Rest von Sonnenlicht von der Erde zu vertreiben, ein Sänger, dem man zutrauen würde, dass er zum Frühstück kleine Kinder verspeist, und Synthesizer, die sich weigern, das Fortschreiten der Zeit über das Jahr 1992 hinaus anzuerkennen. Finster.

Apropos: Am 11. September (wie passend bei einer Band mit einer so großen Freude an Zerstörung und Schockmomenten) erscheint Repentless, das neue Album von Slayer. Auf der Website der Band gibt es mit Implode (**1/2) einen Vorgeschmack. Nach einem Dampfwalzen-Auftakt setzt der Track immer mehr auf Geschwindigkeit. Nach knapp vier Minuten kann man sich nur wundern, wo die Kalifornier nach mehr als 30 Jahren noch immer so viel schlechte Laune hernehmen – und wie es Tom Araya geschafft hat, noch immer über eine Stimme zu verfügen.

Im strengen Sinn kann The Offbeat (***1/2) von Wildbirds And Peacedrums nicht als Free Track gewertet werden und käme deshalb eigentlich nicht für diese Rubrik infrage. Denn wie viel man für das Lied bezahlen möchte, das es auf der Bandcamp-Seite der Schweden zum Herunterladen gibt, darf man selbst entscheiden. Weil die Entscheidung auch „0,00 Pfund“ lauten kann, ist es mitunter aber doch ein Gratis-Angebot. Dass es hier um Rhythmus geht, muss man bei einem solchen Songtitel nicht betonen (der Track entstammt zudem dem aktuellen Album namens Rhythm) und zeigt wunderbar die Stärken des Duos: Die Stime von Mariam Wallentin ist mysteriös und zwingend, das Schlagwerk von Andreas Werliin ebenso ursprünglich wie kreativ.

Nicht mehr ganz neue, aber nach wie vor hörenswerte Tracks gibt es gelegentlich bei Last.fm als Gratis-MP3. Derzeit unter anderem dabei: Baby Missiles (***) von The War On Drugs. Der Song stammt vom zweiten Album der Band aus dem Jahr 2011, wird von einem unwiderstehlichen Beat angetrieben, bietet einen Gesang von Frontmann Adam Granduciel, der fast ebenso entschlossen ist, und genug nervöses Drumherum, um die Zeile „You should have seen all the rattling in my brain“ vollkommen nachvollziehbar zu machen.

Zum Schluss eine große Dosis Dankbarkeit: Tritonial verschenken gerade ihren neuen Song Lost (feat. Juventa, den Gesang steuert Micky Blue bei) als Dankeschön an ihre Fans. Den Track (**) gibt es kostenlos als Download bei Soundcloud. “We had such a fantastic reaction to Tritonia 002 from everyone we met on the dance floor and from people posting to us on our socials, we just wanted to give something back to say that we really appreciate the way that everyone makes us feel”, erklärt Chad Cisneros, eine Hälfte des US-Duos. Die Musik ist Trance, sehr radiofreundlich und fest entschlossen, Reflexion durch Euphorie zu ersetzen. Den Fans wird’s gefallen.

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