Futter für die Ohren mit Bloc Party, Husky, Agent Fresno, Beachwood Sparks und Joey Ramone


Bloc Party steuern zu ihrem dritten Gastspiel beim Melt! die Hymne bei. Foto: verstaerker.com

Bloc Party steuern zu ihrem dritten Gastspiel beim Melt! die Hymne bei. Foto: verstaerker.com

Die Vorfreude auf das morgen beginnende Melt!-Festival ist sicher nicht nur bei mir groß. Einer der Höhepunkte wird die Rückkehr von Bloc Party, die am Freitag den Headliner geben und nach diversen Solo-Projekten wieder vereint sind. Sie sind schon zum dritten Mal beim Melt! in Ferropolis dabei und dürfen diesmal auch die offizielle Hymne des Festivals beisteuern. Den RAC-Remix der neuen Single Octopus kann man bis Ende Juli auf der Homepage des Melt! kostenlos herunterladen. Das Remix Artist Collective lässt im Vergleich zum Original (ja, ich kenne das am 24. August erscheinende neue Album schon, ätsch!) das Piano fast verschwinden und rückt die Spiral-Gitarre weit in den Hintergrund, dafür gibt es reichlich zusätzliche Percussions und den erstaunlichen Effekt, dass der Remix runder klingt als das etwas fragmentiert wirkende Original. ****

Vier Jahre haben die Australier von Husky an ihrem Debütalbum Forever So gearbeitet. Das Ergebnis sind meisterhafte Popsongs, etwas zurückhaltend, aber mit ganz eigener Magie. Wer sich davon überzeugen möchte, wird auf der Website ihres Labels Sub Pop fündig. Dort gibt es gleich zwei Lieder zum Gratis-Download. Das erste davon ist History’s Door (***1/2) – der Track, der die Karriere von Husky erst so richtig ins Rollen brachte. Episch und sensibel, aber nicht pompös oder weinerlich und dazu mit einem tollen Refrain – mit diesem Konzept gewann der Track den Wettbewerb eines Radiosenders, der „Australia’s next great-unsigned band“ suchte. Das zweite Lied Tidal Wave (***1/2) ist noch ein bisschen typischer für den Sound von Husky: komplex, aber niemals kopflastig. „I wasn’t build for this world, I’m slipping“, singt Frontmann Husky Gawenda – genau so klingt die Musik seiner Band.

Agent Fresno haben gerade eine ausgedehnte Deutschland-Tour hinter sich gebracht. Ihr Debütalbum A Long Time Listening ist in ihrer isländischen Heimat schon 2010 erschienen, jetzt beehrt die Band um Sänger Arnór Dan Arnarsons auch den Rest der Welt mit ihrem Progressive Rock. “They’re a remarkable band, a head-spinning amalgam of sound and fury, which can recall Rage Against The Machine, System Of A Down, Queen and Gang Of Four within a single song and then head in 20 different directions at once”, hat Kerrang über Agent Fresno geschrieben. Wer davon nicht genug bekommen kann, bekommt bei Visions einen Track geschenkt: Eyes Of A Cloud Catcher. Das Klavier klingt nach Pop, das Schlagzeug spielt Jazz, der Gesang scheint eine Arie im Sinn zu haben, am Ende können sie sich doch alle irgendwie auf ein Hardcore-Finale einigen. Gewagt, aber spannend. **1/2

Seit zwei Wochen steht The Tarnished Gold in den Regalen, das neue Album von Beachwood Sparks. Es ist ihre erste Platte in Originalbesetzung seit elf Jahren. Dazu haben sie sich eine Menge Kumpels zur Verstärkung ins Studio geholt, unter anderem Neal Casal und Ariel Pink. Durchaus als Programm kann man den Titel interpretieren, den es bei Soundcloud kostenlos als MP3 gibt: Sparks Fly Again. Da steckt viel Crosby, Stills & Nash drin, aber auch reichlich Tatendrang. Die Stimme von Sänger Aaron Sperske ist noch immer zauberhaft, dazu gibt es beschwingte Drums und ein psychedelisches Gitarrensolo. Äußerst hübsch und bestens geeignet für diesen Beinahe-Sommer. ***

Noch eine Legende: Aus Demos und Archivaufnahmen hat sein Bruder Mickey Leigh ein neues Album von Joey Ramone gebastelt, auch wenn der bereits 2001 an Lymphdrüsenkrebs gestorben ist. Das Ergebnis …Ya Know ist keineswegs ein Sakrileg, sondern mindestens solide und erstaunlich facettenreich. Wer auf der Homepage von Joey Ramone seine E-Mail-Adresse hinterlässt, wird mit dem Track What Did I Do To Deserve You? belohnt, der die Punk-Ikone genau so zeigt, wie man sie kennt: rotzig, kraftvoll und mit einer versteckten Vorliebe für Fifties-Pop. Schöne Entdeckung. ***

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