Futter für die Ohren mit Gogol Bordello, Low, Band Of Heathens, Elliott Murphy und Gamma Ray


Im 20. Jahr ihres Bestehens bringen Low ihr 10. Album heraus - und verschenken zwei Lieder. Foto: Off The Record PR

Im 20. Jahr ihres Bestehens bringen Low ihr 10. Album heraus – und verschenken zwei Lieder. Foto: Off The Record PR

Vom Sommer ist zwar noch nichts zu merken, aber am 19. Juli wird er definitiv eingetroffen sein. Falls das Wetter nicht dazu beiträgt, dann wird das eben das neue Album von Gogol Bordello besorgen. Pura Vida Conspiracy erscheint an diesem Tag. Die Vorabsingle Malandrino (***1/2) verschenken die Gypsy-Punks derzeit im Tausch gegen eine E-Mail-Adresse auf ihrer Homepage. Frontmann Eugene Hutz inszeniert sich darauf wieder wunderbar als Hobo mit putzigem Akzent und großer Vorliebe für feuchtfröhliche Polkarefrains. Ein Spaß.

Als „eine der größten deutschen Heavy-Metal-Bands“ kündigt ihre Plattenfirma Gamma Ray an. Ob das zutrifft, sollen anderen entscheiden, die sich mit diesem Genre besser auskennen. In jedem Fall gibt es auf der Facebookseite von Gamma Ray derzeit den Track Gamma Ray (*1/2) in einer Liveversion zum kostenlosen Download. Die Aufnahme ist dem Album Skeletons & Majesties Live entnommen, das Ende April 2011 bei einem Konzert in der Schweiz mitgeschnitten wurde. Man muss aber wohl irgendwo im Jahr 1974 stecken geblieben sein, um das gut zu finden.

Gleich ein ganzes Konzert bieten derzeit Band Of Heathens auf ihrer Homepage zum Herunterladen an. Die Band aus Texas hat durchaus eine gewisse Nähe zu Headbangern aus hiesigen Gefilden, denn virtuose Soli und vor allem die Wertschätzung der guten alten Gitarre sind auch hier gerne genommen. Das Livealbum (***), im August 2012 in Seattle entstanden, beweist aber auch eine erfreuliche Vorliebe für Groove, Harmoniegesang und Southern Rock. Schön zum Autofahren.

Und noch ein Konzertmitschnitt: Altmeister Elliott Murphy präsentiert auf seiner Homepage in schöner Regelmäßigkeit neue Stücke, Outtakes und Raritäten. Derzeit gibt es mit What The Fuck Is Going On (***) eine wunderbar spontane und feurige Betrachtung der Wirtschaftskrise, aufgenommen ausgerechnet im derzeit randalierenden Stockholm. Wenn Tom Petty irgendwann mal beschließt, sich auch für die Politik jenseits der Musikbranche zu interessieren, dann kann er froh sein, wenn die Ergebnisse so überzeugend klingen.

Ziemlich große Spendierhosen tragen auch Low in diesem Frühjahr. Ihr zehntes Album The Invisible Way ist gerade erschienen, und auf der Homepage ihrer Plattenfirma Sub Pop gibt es gleich zwei Lieder daraus (und sieben weitere Tracks von Low) gratis. Eine Orientierung, wie das klingt, kann man schon dem Hinweis entnehmen, dass die Platte von Wilcos Jeff Tweedy produziert wurde. “While driving through Chicago on tour, we finally stopped to visit Wilco at their studio, The Loft”, erzählt Sänger und Gitarrist Alan Sparhawk. “They had invited us to come check it out several times over the years, but this would finally be the day.” So Blue (***1/2) setzt auf ein verlorenes Klavier und die wunderschöne, betörende Gaststimme von Mimi Parker. Auch im etwas dringlicheren Just Make It Stop (***) spielt sie die Hauptrolle. „If I could just make it stop / breaking my heart“, fleht sie, und die Musik dazu lässt erahnen, dass sie vielleicht doch etwas Macht über diesen Liebeskummer hat – wenn sie es nur wirklich, wirklich will.

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