Highfield 2016 – das haben wir gelernt


Highfield Festival 2016 Gelände

Auf der Bühne ist zwar niemand zu erkennen. Sieht trotzdem verdammt nach Rammstein aus. Foto: Highfield/Robin Schmiedebach

So ein Festival ist ja, auch wenn man es zum x-ten Mal besucht, eine Erfahrung fürs Leben. Man kann sich amüsieren, man kann sich wundern, man kann sich die Schuhe ruinieren. Vor allem aber kann man klüger werden. Das galt auch diesmal am Störmthaler See. Hier also die beliebte Rubrik: What we’ve learned – die zehn wichtigsten Erkenntnisse des Highfield 2016.

  1. Niemand beim Highfield nimmt härtere Drogen als der Mensch, der das Highviech gestaltet hat. Matrjoschka meets Red Bull meets Dachschindeln – wtf?
  2. Zwei Limetten in einem Becher mit Corona-Bier sind keine Mahlzeit, die für den ganzen Tag ausreicht.
  3. Insgesamt 384 wassergespülte Toiletten gab es 2016 auf dem Highfield-Gelände, dazu kamen 360 zusätzliche Mobiltoiletten. Trotzdem pissen noch reichlich Typen gegen die Zäune und sorgen so spätestens ab Sonntag für ein fieses Urin-Aroma in der Luft. Mein Vorschlag, um Abhilfe zu schaffen: Jeder einzelne Bauzaun wird mit einer Webcam ausgestattet. Das Bild des (vermutlich kleinen) Pimmels des Zaunpinklers wird dann live auf die große Videoleinwand übertragen, mit Schwenk auf das Gesicht zum Abschluss und automatischem Facebook-Post. Falls jemand diese Technologie umsetzen möchte: Ich erhebe keinen Anspruch auf das Patent und bin olfaktorisch genauso dankbar wie die meisten anderen Besucher.
  4. Konfetti ist eine super Sache. Seifenblasen auch.
  5. Falls der neu eingerichtete Wochenmarkt auf dem Highfield 2016 keinen Umsatz gemacht haben sollte, liegt das vielleicht daran, dass keiner weiß, wo er ist. Zwar ist er auf der Website vermerkt, freundlicherweise sogar mit Sortiment und Preisen, und auch auf dem Geländeplan eingezeichnet. Fragt man vor Ort bei insgesamt sieben Security-Leuten nach, zeigt sich aber: Einer weiß gar nicht, dass ein Wochenmarkt existiert. Zwei haben davon gehört, wissen aber nicht, wie man da hin kommt. Die vier weiteren weisen mit großer Überzeugung jeweils in eine bestimmte Richtung, allerdings in völlig unterschiedliche Gegenden des Geländes. Das könnte man im nächsten Jahr besser lösen – zumal die Idee des Einkaufens direkt auf dem Gelände ja sein soll, weite Wege beim Transport zu vermeiden.
  6. Auch 2016 wagt sich noch niemand in einem Trikot von RB Leipzig aufs Festivalgelände. Dafür ist am Samstagabend erstaunlicherweise Dynamo Dresden sehr prominent vertreten. Woran das wohl liegt?
  7. Männer mit Bärten haben weniger Spaß. Es gibt reichlich hüpfende, um sich selbst kreisende und anderweitig euphorisierte junge Menschen im Publikum beim Highfield. Es gibt auch reichlich Auftritte, die dazu Anlass bieten, etwa von Olli Schulz oder Limp Bizkit am Freitag, von Blumentopf oder NOFX am Samstag oder von und Madsen und Deichkind zum Festival-Abschluss. Männer mit Bärten hingegen halten nichts davon, sich völlig der Musik, der Bewegung und ihrem Glück hinzugeben. Sie stehen lieber rum.
  8. Menschen, die Rammstein-T-Shirts tragen, sehen mit Rammstein-T-Shirts immer besser aus als unbekleidet. Allerdings sehen sie im Merchandising-Hemdchen nur in den seltensten Fällen besser aus als mit irgendwelchen anderen Outfits.
  9. Wer auch immer die beiden Leute waren, die genau in dem Moment einen Paar-Bungee-Sprung gemacht haben, als Deichkind Porzellan und Elefanten (mit der zentralen Refrainzeile „Wir gehören zusammen“) gespielt haben: Glückwunsch zu so perfektem Timing!
  10. Metal-Fans mögen Scooter. Auch wenn sie ihren Kumpels zuhause wahrscheinlich nicht gestehen werden, dass sie zu Call Me Manana getanzt haben.

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