Hingehört: Aerosmith – „Permanent Vacation“ 2


"Pemanent Vacation" bietet genug Power und ein paar Experimente.

Künstler Aerosmith
Album Permanent Vacation
Label Geffen
Erscheinungsjahr 1987
Bewertung **1/2

Kein Wunder, dass diese Platte den damals schon etwas abgehalfterten Aerosmith zu einem Comeback verholfen hat. Denn hier hört man ganz deutlich eine Band, die noch Power hat. Gleich das erste Stück Heart´s Done Time geht vergleichsweise gut ab und klingt eigentlich schon genau so, wie Aerosmith heute auch noch klingen.

Diese Band will etwas, und Aerosmith wagen sogar ein paar Experimente (wofür das Rockpublikum ja normalerweise wenig Verständnis zeigt). Zum Intro gibt es Walgesänge, zum Outro ein Instrumentalstück, dazwischen einige Country- oder Bläsereinlagen. Meistens gelingen die kleinen Spielereien sogar.

Im Vergleich zur Schaffensphase, die sie auf Greatest Hits dokumentiert haben, sind die Stücke deutlich härter. Natürlich immer noch Mitt-Achtziger, aber ich verwette meinen Arsch darauf, dass Permanent Vacation noch heute zu den Lieblingsalben von Joe Perry zählt. Gitarrenarbeit: fünf Sterne.

Einige Stücke sind allerdings schlicht und ergreifend überambitioniert und suchen verzeifelt nach einer Richtung. „Die Richtung heißt Pump„, möchte man ihnen zurufen, doch weder Magic Touch noch das völlig konfuse Simoriah oder der Titelsong wollen dem gut gemeinten Hinweis so recht folgen. Darüber hinaus sind einige Tracks deutlich zu lang.

Bei den besten Liedern stört das natürlich wenig: Rag Doll ist verdammt catchy, Dude (Looks Like A Lady) ist trotz des sehr peinlichen Videos ein Hammer. Die Ballade Angel nimmt bereits What It Takes und Amazing vorweg. Überaus gelungen ist auch das Beatles-Cover I´m Down. Es rollt ganz gewaltig, auch wenn es fast ein bisschen zu nah am Original bleibt.

Der Ausstieg erfolgt mit dem Instrumentalstück The Movie. Warum eine Band mit einem begnadeten Sänger wie Steven Tyler (hier übrigens deutlich profilierter als auf Greatest Hits) ein Stück ohne Vocals aufnimmt, erschließt sich freilich nicht.

Das irre Video von Dude (Looks Like A Lady), in dem der Chauvinismus sogar noch ein kleines Stück größer ist als die Schulterpolster:

Aerosmith bei MySpace.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

2 Gedanken zu “Hingehört: Aerosmith – „Permanent Vacation“