Hingehört: Benzin – „Auf los geht’s los“


Benzin möchten Rockstars sein. Aber aus den richtigen Gründen.

Künstler Benzin
Album Auf los geht’s los
Label Global Records
Erscheinungsjahr 2008
Bewertung ***

Es ist ein Dokument des Ehrgeiz. Auf los geht’s los, Auftakt und Titelsong des zweiten Albums von Benzin, gibt die Richtung vor. Diese vier Jungs planen Großes. „Unser wichtigstes Projekt, in dem unsere Hoffnung steckt“, heißt es hier, und dann wenig später „der Wille ist Energie, die uns antreibt so wie nie“.

Auch andere Lieder wimmeln von Beweisen für die grenzenlosen Ambitionen der Jungs. „Ich will ganz weit hoch“, singt der Frontmann mit dem schönen Künstlernamen Kalle Karacho. „Dies wird keine Kopie, dies wird ein Meisterstück“ oder „Wir sind hier, um die Welt zu retten“. An anderer Stelle heißt es in Anspielung auf die durchaus geistesverwandten Sportfreunde Stiller: „Wo, wenn nicht hier? Und wer, wenn nicht wir?“

Trotz all der Unbedingtheit und des Fleißes, der in dieser Platte steckt, trotz all der unverkennbaren Einflüsse von Emo bis Crossover klingt die Band aus Ulm aber zum Glück kein bisschen stromlinienförmig. Sie tappt nicht in die Falle, sich auf jedes Experiment eines Produzenten einzulassen oder jeden Mist mitzumachen, den die Plattenfirma für eine gute Idee hält (Hallo, Revolverheld!) und dann am Ende ohne Charakter dazustehen.

Benzin möchten gerne Rockstars sein, daran besteht kein Zweifel. Doch es geht ihnen nicht nur um das Geld, den Ruhm und die Mädchen. Es geht ihnen in erster Linie um die Musik. Und die ist gut genug, um das Ziel zu erreichen. Laut!, Wir sind hier und das famose Sonnenaufgang dürften Hits werden (und diesmal nicht nur in den Hörercharts des SWR, wo die Band nach ihrem Debüt bereits Stammgast war). Cottbus im Regen erinnert an die melancholischeren Momente von Weezer und hat das Zeug zur Hymne. Und Maradona stellt hinsichtlich Leichtigkeit, Witz und Kreativität (ganz so wie sein Namensgeber) sogar alles in den Schatten, was es in der deutschsprachigen Rockmusik derzeit gibt.

Für echte Videos reicht das Budget wohl noch nicht, aber die Fans haben das feine Sonnenaufgang mit bewegten Bildern versehen:

Benzin bei MySpace.

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