Hingehört: Bryan Adams – „Waking Up The Neighbours“ 2


„Waking Up The Neighbours“ zeigt: Rocken wird für Bryan Adams schwerer, dafür gewinnt er als Schnulzier.

Künstler Bryan Adams
Album Waking up the neighbours
Label A&M Records
Erscheinungsjahr 1991
Bewertung ***

Ein handwerklich grundsolides Ding. Mit allen positiven und negativen Aspekten, die so eine Aussage mit sich bringt. Das Jahr 1991 (immerhin das Jahr, in dem Nirvanas Nevermind erschien) hört man hier in keiner Weise raus. Produktionstechnisch ist das Album immer noch auf dem Stand von Reckless.

Bei den schwächeren Stücken hört man (heute) auch schon das Unheil heraufziehen: Mutt Lange, der dieses Album produziert hat, verzapft heute den ganzen Scheiß von Shania Twain.

Textlich ist das allermeiste hier weit hinter dem Standard von Reckless und oft genug nur peinlich. Nichts gegen Hedonismus und die Vergötterung der Jugend. Aber doch bitte nicht mehr mit 40! Dazu jede Menge „woho“, „oohoo“ und natürlich auch „oh yeah“, wie man das kennt.

Von der Musik her ist die erste Hälfte des Albums allerdings verdammt ordentlich. Trotz der verquasteten Songtitel wie Is Your Mama Gonna Miss Ya? oder Hey Honey, I´m Packin´You In rockt das hier, wie Radiorock rocken muss.

Es deutet sich aber bereits an, dass Adams mit zunehmendem Alter als Schmalzier besser wird, und als Lederjackenrocker nachlässt. Thought I´d Died And Gone To Heaven ist das, was man 1991 wohl eine mustergültige „Power-Ballade“ genannt hätte und ließ sich wunderbar in pubertären Liebesbriefen zitieren. Auch die beiden Uptempo-Songs House Arrest und There Will Never Be Another Tonight zählen zu den Highlights.

Sahnestück ist natürlich (Everything I do) I Do It For You. Kein Wunder, dass der Song damals fast ein halbes Jahr in den Charts war, denn es ist einfach ein Kracher. Einer der Gründe, um diese CD zu kaufen. Wenn nicht der Grund schlechthin, jedenfalls 1991. Nach dem Stück kann man die Platte getrost abstellen, denn die letzten drei Songs sind reichlich überflüssig.

Wer nicht geglaubt hätte, dass man (Everything I do) I Do It For You noch schnulziger machen kann, der wird hier eines Besseren belehrt:

Bryan Adams bei MySpace.


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