Hingehört: Chris Brown – „Chris Brown“


Am Cover muss er noch arbeiten. Die Stimme hat Chris Brown schon.

Am Cover muss er noch arbeiten. Die Stimme hat Chris Brown schon.

Künstler Chris Brown
Album Chris Brown
Label Sony
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung **1/2

Irgendetwas muss der Kerl haben. Die Erfahrung und Routine können es nicht sein – er ist erst 16. Die allgegenwärtigen Strippenzieher im Hintergrund sucht man auch vergebens – keines der angesagten Produzententeams hat hier seine Finger im Spiel. Der Ruf, das neueste Talent einer vitalen Underground-Szene zu sein, dürfte ihm auch nicht vorausgeeilt sein – Chris Brown war bis vor kurzem noch einer der gerade einmal 2000 Einwohner von Tappahannock, Bundesstaat Virginia.

Trotzdem klettert Chris Brown mit seiner ersten Single gleich an die Spitze der Billboard-Charts. Was ist es also, was den Teenie zum Senkrechtstarter und neuen R’n’B-Hoffnungsträger macht? Die Antwort fällt nicht schwer, wenn man sein schlicht Chris Brown betiteltes Debütalbum auflegt: Es ist diese Stimme. Zuckersüß, butterweich, wie gemacht zum Schmachten und Betören.

Der Gesang lässt damit an Ginuwine und vor allem an Usher denken, und so verkehrt liegt man mit diesem Verweis auch musikalisch nicht. Nur Run It mit seinen Elektro-Anleihen, das eingängige What’s My Name, der Bonustrack So Glad und das zackige Gimme That ziehen dabei das Tempo an.

Ansonsten dominieren die Balladen, bestens produziert, ohne seicht oder allzu durchschaubar zu sein. Die charmant-dreiste Anmache von Yo gefällt ebenso wie das verspielte Ain’t No Way. Auf Ya Man Ain’t Me und Is This Love kann Chris mit seiner Stimme am besten glänzen.

Ganz kurz muss man dann an Michael Jackson denken. Aber den darf man im Zusammenhang mit Teenagern ja nicht mehr erwähnen.

Run It live bei den Grammy Awards 2008. Viel amerikanischer geht es nicht mehr:

Chris Brown bei MySpace.

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