Hingehört: Creedence Clearwater Revival – „The Ultimate Creedence Clearwater Revival“ 3


Creedence Clearwater Revival waren sehr schnell sehr gut – und dann fast vergessen.

Künstler Creedence Clearwater Revival
Album The Ultimate Creedence Clearwater Revival
Label Zyx
Erscheinungsjahr 2000
Bewertung ****

1968 der Durchbruch, bis zur Auflösung 1972 dauerhafter Riesenerfolg. Acht Gold-Singles in Folge. Acht Gold-LPs in Folge. Die Liner Notes übertreiben keineswegs, wenn sie Creedence Clearwater Revival „one of the greatest American rock bands ever“ nennen.

Dass CCR dennoch relativ unterbewertet werden und ziemlich schnell in Vergessenheit gerieten, mag an der kurzen Bestehenszeit liegen, am unrühmlichen Ende oder am dauerhaften Misserfolg der ehemaligen Bandmitglieder als Solisten. John Fogerty verbrachte nach dem Split Jahrzehnte damit, die Rechte an seinen eigenen Songs einzuklagen. Alles, was es ihm gebracht hat, ist ein Berg Schulden.

Dass CCR eine dieser Bands sind, deren Songs jedes Kind kennt, ohne aber den Interpreten nennen zu können, wird Fogerty kaum trösten. Bei Hören dieser gelungenen Zusammenstellung würde sich jedenfalls bei manchem Hörer, der zunächst behauptet, mit dem Namen „Creedence Clearwater Revival“ nun aber mal rein gar nichts anfangen zu können, ein Aha-Effekt einstellen. „Ach, dieses Lied ist von denen?“ „Klar, schon mal irgendwo gehört.“ „Stimmt, kenn ich.“

Kein Wunder – bei dieser Konzentration von Klassikern. Proud Mary braucht für Strophe und Refrain zusammen nur zwei Akkorde. Komplexität war ihre Sache nie, doch gerade aus der Einfachheit speist sich die Anziehungskraft der Songs von CCR. Innerhalb eines Jahres nach Erscheinen nahmen 35 Künstler Coverversionen von Proud Mary auf, insgesamt existieren bis heute über 100 verschiedene Aufnahmen.

Daneben war natürlich die einschneidende Stimme von John Fogerty ihr Markenzeichen. Seine Vocal-Performances auf Up Around The Bend oder Born On The Bayou beeindrucken noch heute. Die Kompaktheit und Schärfe sind auch bei Bad Moon Rising die großen Trümpfe. Mitreißender 2/4-Takt, leicht verständliche Struktur.

Solche Songs machen es nachvollziehbar, dass alle Welt Creedence Clearwater Revival für eine Südstaatenband hielt, obwohl sie ja eigentlich aus Berkeley kommen. Screamin´ Jay Hawkins‘ I Put A Spell On You lassen sie direkt aus den Sümpfen des Mississippi empordünsten, jedoch gerade nur so bedrohlich, dass es trotzdem noch ein Hit werden kann.

Green River war für Long Tall Woman In A Black Dress von den Hollies wohl mindestens eine Inspiration. Selbes Tempo, selber Sound, selber Song. Das Intro zum seltsam langsamen Down By The Corner dürfte zu den bekanntesten Gitarrentonfolgen der Rockgeschichte zählen. Who´ll Stop The Rain hätten wohl auch die Byrds nicht verschmäht. Der Rhythmus schnurstracks, die Gitarre klar, die Melodie einnehmend. Ist gerade bei den frühen Stücken der Blues als Haupteinfluss zu erkennen, mischen sich hier Folk-Elemente in den CCR-Sound.

Aber auch lupenreinen Rock´n roll hat die Travellin´ Band zu bieten, ebenso wie glatten Mainstream (das fast an Smokie erinnernde Hey Tonight) oder eine packende elf-Minuten-Version von I Heard It Through The Grapevine. Und nicht selten eben auch einen ganz großen Moment, einen unsterblichen Song wie Have You Ever Seen The Rain?, einen immergrünen Country-Klopfer wie Lookin´ Out My Back Door oder einen stets aktuellen Schmachter wie Long As I Can See The Light.

Catchy Cosmic Rock.

So unschuldig kann eine Rockband aussehen, die Playback erst noch lernen muss: Ein Clip zu Looking Out My Back Door:

Creedence Clearwater Revival bei MySpace.


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