Hingehört: Lunascape – „Reminiscence“


Lunascape sind gefällig statt gefährlich.

Künstler Lunascape
Album Reminiscence
Label Noir
Erscheinungsjahr 2006
Bewertung **

Es gibt Tanzmusik und Dancemusic. Erstere ist, vereinfacht gesagt, Musik zu der man tanzen kann. Letztere ist scheiße.

In der Dancemusic-Szene ist Lunascape so etwas wie ein Sternchen (astronomisch passt das nicht, zugegeben, aber ich habe mir auch diesen beknackten Bandnamen nicht ausgedacht). Denn Lunascape ist in erster Linie Kyoto Baertsoen, Ex-Sängerin von Hooverphonic. Glaubt man ihrer Plattenfirma, hat sie nicht nur eine stattliche Zahl von Fans dieser Band für ihr neues Projekt gewinnen können, sondern auch in Japan bereits eine große Gefolgschaft. Und in Dancemusic-Kreisen.

Dabei ist ihre Musik beinahe völlig ungeeignet für die Disco. Lunascape setzt auf sphärische Klänge. Dido muss man da als Bezugspunkt nennen, und Enya. Vor allem aber erinnert Baertsoens Stimme sofort an die Cranberries. In der Stimme steckt oft eine mühsam unterdrückte Wut, die sich gerade auf dem letzten Millimeter vor dem Ausbruch noch beherrschen kann, ebenso wie bei Dolores O’Riordan. Und besondes wenn Bass und Schlagzeug etwas muskulöser werden, ist die Ähnlichkeit zu den Cranberries frappierend, wie in Mindstalking.

Meist wird hier aber auf Electro-Beats gesetzt, auf Loops und ausgefallene Instrumente. Das kann originelle Streicher zu Folge haben wie in Tears From The Moon, arabisch (und völlig irre) enden wie bei Lane Navachi oder auch so klingen wie die misslungenen Ethno-Versuche von Nelly Furtado (Yairo). Meistens ist es schlicht gefällig. Schöner wäre natürlich, wenn es gefährlich wäre.

Irgendwas mit Märchen: Der Clip zu Mindstalking:

Lunascape bei MySpace.

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