Hingehört: Macy Gray – „Big“


Auf „Big“ klingt nun auch die Musik wie die Stimme von Macy Gray: kratzbürstig.

Künstler Macy Gray
Album Big
Label Geffen
Erscheinungsjahr 2007
Bewertung ***

Wenn es eine Stimme gibt, die das Attribut „kratzbürstig“ verdient, dann ist es die von Macy Gray. Mit Big hat die Amerikanerin nun sogar ein ganzes Album vorgelegt, das man so nennen kann.

Denn zunächst schreckt diese Platte ab. Sie wehrt sich dagegen, dass man sie mag. Die Single Finally Made Me Happy gleich zum Auftakt klingt, als hätte jemand ein Aretha-Franklin-Stück hinbekommen wollen, aber vorher alle Instrumente gründlich desinfiziert und danach vorsichtshalber auch noch die (Aufnahme- und Stimm-)Bänder mit Alkohol gereinigt. Auch Shoo Be Doo verpufft, What I Gotta Do ertrinkt in seiner eigenen Verspieltheit.

Erst Tausendsassa Will.I.Am von den Black Eyed Peas bringt Schwung in die Sache. Zusammen mit Justin Timberlake hat er Okay geschrieben, das einen Marsch-Rhythmus mit einem Kinderchor und Macy Grays unvergleichlichem Schnurren vereint. Auch im enorm entspannten Glad You’re Here hatte er seine Finger im Spiel – und hat gleich noch Kollegin Fergie mitgebracht.

Das irre Ghetto Love sprüht vor Energie. Die hübsche Eleganz von One For Me erinnert mit zuckersüßen Streichern an Mary J. Blige. Das zurückgenommene Strange Behaviour hat enorme Klasse – und weiß auch darum. Das wilde Get Out (wieder von Justin Timberlake und Will.I.Am) würde sogar ins Repertoire der Roots passen.

Mit Treat Me Like Your Money gibt es dann sogar noch einen richtigen Hit, fast am Schluss, wie sich das für eine Kratzbürsten-Platte gehört. Glocken klingen, Dead Or Alive und Run DMC werden zitiert, und der Beat ist so eingängig, dass Outkast zumindest neidisch werden dürften. Der Rausschmeißer Everybody hat Hummeln im Hintern und sogar der Bonus-Track ist zu gebrauchen. Durchhalten lohnt.

Nach der langen Tour noch ein bisschen kratzbürstiger als auf Platte: Ghetto Love, live beim Pinkpop:

Macy Gray bei MySpace.

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