Hingehört: Our Broken Garden – „Golden Sea“


Künstler Our Broken Garden

Nicht ganz traumhaft, aber wie aus einem Traum: "Golden Sea".

Nicht ganz traumhaft, aber wie aus einem Traum: „Golden Sea“.

Album Golden Sea
Label Bella Union
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung

Manchmal kennt man eine Platte schon ganz genau, bevor man sie überhaupt gehört hat. Was soll man erwarten von einer Band, die Our Broken Garden heißt? Die ihr zweites Album Golden Sea nennt? Und die das Nebenprojekt von Anna Bronsted ist, im Hauptberuf Keyboarderin bei Efterklang?

Genau: sphärische Klänge, bezaubernd wohlklingend und leicht verhuscht. Für den NME klingt das “like Beth Gibbons auditioning for the next James Bond theme”, Mojo stellt sich lieber “Julee Cruise fronting Tindersticks” vor, beide liegen einigermaßen richtig. Golden Sea bietet Traum-Musik, die nie richtig da ist und somit den wundersamen Effekt auslöst, dass man als Hörer nach einer Weile auch nicht mehr da ist.

Passenderweise beginnt die CD dann auch so, wie andere Alben enden. The Departure heißt das erste Stück zwar, doch es klingt wie ein Rausschmeißer: nur die Stimme von Anna Bronsted und dazu Wellen von Klavier. Bei In The Lowlands gesellen sich dann immerhin ein paar zarte Drums hinzu. The Fiery And Loud nimmt dann mit Streichern und dem Bass (von Moogie Johnson) sogar ein wenig Tempo auf.

Mit Garden Grow kommt dieses sehr, sehr lange Anlaufnehmen zum Höhepunkt: Der Song ist wie alles auf Golden Sea sehr reduziert, entwickelt aber trotzdem einen feinen Drive und lässt damit an Lykke Li denken.

Danach fällt die Platte wieder zurück in diese seltsame Stimmung, die nicht von dieser Welt ist. Insgesamt gibt es bei Our Broken Garden hier zwar etwas mehr Rhythmus als auf dem Debüt When Your Blackening Shows (2008). Aber auch auf Golden Sea dominiert immer wieder das Geheimnisvolle, mal ein wenig exotisch (Nightsong), mal mit einer ganz leisen E-Gitarre von Søren Bigum (Warriors Of Love). Beach House, Sigur Ros und auch Enya sind die Bezugspunkte, denn man kommt kaum umhin, die Stimme von Anna Bronsted mit den alten Skandinavien-Klischees zu umschreiben: Sie ist so klar wie Eis, und verströmt doch eine faszinierende Wärme. Geysir-Gesang.

Das ist oft verführerisch, immer sehr hübsch, aber auf Dauer auch etwas eintönig. Richtig heraus ragt auf Golden Sea erst wieder der Rausschmeißer The Darkred Roses. Im achteinhalb-Minuten-Stück kann die Stimme von Anna Bronsted am hellsten strahlen. Der Song beginnt fast nur mit einem Seufzen, dann schwebt der Gesang in himmlische Höhen, und als das Lied dann nach ein paar Sekunden Schweigen wieder zurück kommt, ist das tatsächlich wie ein Traum.

Das konnte im Video zu Garden Grow ja nicht gut gehen: Diese Schuhe sind völlig ungeeignet für einen Waldspaziergang:

Our Broken Garden bei MySpace.

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