Hingehört: Sam Cooke – „Hits!“ 2


Sam Cooke liefert "Hits!" voller Seele, Lust und Kraft.

Künstler Sam Cooke
Album Hits!
Label BMG
Erscheinungsjahr 2000
Bewertung *****

Die klassische Karriere. Sohn eines Pfarrers, Gospelchor, Gospelstar, Vocal-Group, Soulstar. Aber was für einer! Kaum jemand hat eine dermaßen wandlungsfähige Stimme und klingt dabei stets so aufregend wie Sam Cooke. „The man who invented soul“ ist vielleicht übertrieben. Aber für dieses Genre war Sam Cooke wohl genau so wichtig wie Labelkollege Elvis Presley für den Rock.

Ein unvergleichlicher Sänger mit für die damalige Zeit unvergleichlich großem Einfluss auf seine Musik. Sam Cooke komponierte, textete, arrangierte und schuf so seinen typischen Sound mit. Stets im Vordergrund: die Stimme. Voller Seele, Lust und Kraft.

Und fast immer mit einem Touch Melancholie. So etwa in Chain Gang. „Give me water / I´m thirsty / my work is so hard.“ So war das. Dazu seltsame Metallgeräusche im Hintergrund. Ein ähnlich schräger Groove trägt auch das kurzweilige That´s It – I Quit – I´m Movin´ On. Diese seltsame Mischung aus Traurigkeit und Galgenhumor ist es, die Sam Cookes Songs so sympathisch macht. Der Appell an Cupid ist rührend, an der Ehrlichkeit von It´s All Right kommt kein Zweifel auf.

Für das Jahr 1961 ist (Don´t Fight It) Feel It skandalös zweideutig. Was die Damen da denn genau fühlen sollten, wurde Sam Cooke einmal gefragt. „Den Beat“, lautete seine clevere Antwort. Wer wollte bei diesem Rhythmus und dem ultracoolem „Yeah“ widersprechen? Noch grooviger: Twistin´ The Night Away. Ein Tanzschulenklassiker, zu Recht.

Rhythmus und Tanz sind hier ohnehin fast gleichrangig mit dem Melodien. Allerdings keine normierten Schrittfolgen aus dem Lehrbuch, sondern ursprüngliche, enorm körperliche Bewegung. Balztanz. Purer Sex, ob in Sugar Dumpling oder Having A Party. „Me and my baby / we´re out here on the floor / Mr. DJ keep those records playing / ´cause I´m having such a good time / dancing with my baby.“ Noch Fragen?

Ein Qualitätsgefälle gibt es fast nicht, stets swingt das Schlagzeug famos, hämmert der Pianist, als ging es um sein Leben, glänzt das Orchester. Über den Gesang muss ja ohnehin nichts mehr gesagt werden. Ein Track ragt aber doch noch heraus: Another Saturday Night. Tanzbar, singbar, todtraurig, urkomisch.

Wonderful World und You Send Me sind auf Hits! nicht drauf, aus rechtlichen Gründen. Dennoch eine großartige Platte.

Auch 1963 in der Show von Jerry Lewis zeigte Sam Cooke seine Wandlungsfähigkeit: Einmal zackig mit Twistin‘ The Night Away, einmal schnulzig mit The Riddle Song:

Sam Cooke bei MySpace.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

2 Gedanken zu “Hingehört: Sam Cooke – „Hits!“